Serbien bereitet sich auf nächste Flutwelle vor

In Serbien bereiteten sich die Menschen auf die nächste Hochwasserwelle vor. Gefahr besteht nicht nur für die Zivilbevölkerung, sondern auch für die serbischen Kraftwerke. Besonders dramatisch ist die Lage am Kraftwerk in Obrenovac, das etwa die Hälfte des serbischen Stroms produziert.

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Auch nach dem Ende der tagelangen Regenfälle ist noch kein Ende der Überschwemmungskatastrophe auf dem Balkan in Sicht. Aus Kroatien rollte am Montag eine neue Flutwelle des Flusses Sava auf Nord-Bosnien und den Westen Serbiens zu.

Soldaten und Freiwillige versuchten, mit Sandsack-Dämmen Ortschaften und das größte serbische Kraftwerk abzusichern. Die Zahl der Toten des schwersten Hochwassers auf dem Balkan seit mehr als 100 Jahren stieg auf 38 (mehr hier).

Allein in Bosnien mussten über 500.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen wegen der Fluten verlassen. Das sind mehr als ein Achtel der Einwohner von Bosnien-Herzegowina. Schlamm, Trümmer, Müll und Tierkadaver bedeckten weite Landstriche in den Gebieten, wo das Hochwasser zurückging.

Am Sonntag hatten die Regenfälle aufgehört, durch deren Wassermassen ganze Landstriche in den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken überflutet wurden. Allerdings stiegen die Pegelstände der Sava weiter an. Dadurch drohten in Bosnien und Serbien weitere Überschwemmungen.

Am Sonntagabend hatten die Fluten einen weiteren Hochwasserschutz durchbrochen und Teile der Stadt Orasje im Norden Bosniens überflutet. Im nordbosnischen Tuzla versuchten Freiwillige und Arbeiter des Katastrophenschutzes Gräben zu ziehen, um die Wassermassen von Häusern fernzuhalten. Durch den Abfluss des Wassers sollte auch vermieden werden, dass Böschungen aufweichen und abrutschen. Durch Hunderte Bergrutsche und Schlammlawinen entlang der Sava wurden in Bosnien bereits große Teile des Ackerlandes verwüstet. Landwirtschaft ist das Rückgrat der bosnischen Wirtschaft.

An der serbisch-bosnischen Grenze war die Stadt Mali Zvornik vom Hochwasser bedroht. Dort rutschte ein Berg in den Fluss Drina ab, wodurch dieser aufgestaut und die Wassermassen des Flusses Richtung Stadt umgeleitet wurden.

Im serbischen Obrenovac versuchten Soldaten und Arbeiter, mit einem Damm aus 60.000 Sandsäcken das größte Kraftwerk des Landes vor Überschwemmungen zu schützen und am Netz zu halten. Eine Gewerkschaftssprecherin sagte, einige Arbeiter hätten drei Tage nahezu ohne Pause Sandsäcke gefüllt, da Hilfsmannschaften nicht zu dem von Wassermassen eingeschlossenen Kraftwerk Nikola Tesla durchdringen konnten. „Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand. Alles weitere liegt in Gottes Hand“, sagte Djina Trisovic zu Reuters. Das Kraftwerk produziert etwa die Hälfte des serbischen Stroms. Als Vorsichtsmaßnahme wurden schon Teile der Anlage stillgelegt. Auch in der rund 30 Kilometer entfernten Hauptstadt Belgrad füllten Hunderte Freiwillige pausenlos Sandsäcke, um die Ufer der Sava zu befestigen.

 

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