Oligarch ruft zu Protesten gegen Separatisten auf

Die Separatisten begehen „Völkermord“ an der Ostukraine, so der Oligarch Achmetow. Der reichste Mann des Landes ruft deshalb zu Protesten gegen die Aufständischen auf. Zudem kritisiert er scharf, dass die Bürger von Donezk eine unabhängige Volksrepublik ausgerufen haben.

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Der reichste Mann der Ukraine hat zum Protest gegen die prorussischen Separatisten aufgerufen. Alle Ukrainer sollten gegen Mittag für einen Osten des Landes „ohne Waffen“ und „ohne Masken“ demonstrieren, forderte der Oligarch Rinat Achmetow in einer in der Nacht zu Dienstag veröffentlichten Erklärung.

Zugleich griff er in scharfer Weise erstmals die Separatisten in Donezk an, die dort eine unabhängige Volksrepublik ausgerufen haben. Geiselnahmen, Plünderungen und das Aufmarschieren mit Waffen dienten der Region nicht, erklärte er. „Das ist Völkermord am Donbass.“ Donbass ist die russische Bezeichnung für das Kohle- und Industriegebiet im Donezbecken.

Mit seiner Erklärung unterstrich Achmetow, dass er offensichtlich die Bemühungen der Übergangsregierung unterstützt, die „Lage in der Ukraine zu stabilisieren“. Anfang Mai hatte er dies bereits signalisiert, als seine Firma Metinvest Bergleute und Metallarbeiter in die Hafenstadt Mariupol schickte, um der Polizei dort bei Straßenpatrouillen zur Hand zu gehen. Als die Separatisten Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle brachten, warb Achmetow zudem für die Einheit der Ukraine. Allerdings hatte er es bislang vermieden, das gewaltsame Vorgehen der Aufständischen zu verurteilen.

Achmetow forderte, zur Mittagszeit in der gesamten Region Sirenen heulen zu lassen. Auch Autofahrer sollten sich an dem „friedliche Warnprotest“ beteiligen. Die Aktion solle täglich wiederholt werden, „bis Frieden hergestellt ist“.

Achmetow dominiert die Wirtschaft im rohstoffreichen Donezbecken. Er ist die wohl mächtigste Einzelperson in der Region. Der aus Donezk stammende Unternehmer beschäftigt geschätzte 300.000 Mitarbeiter. Das Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf 11,4 Milliarden Dollar.

Jazenjuk hatte bereits im März die Oligarchen im Osten des Landes mit mehr Macht ausgestattet (mehr hier).

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