DWN wecken den Spiegel auf, so dass er „vor Schreck zusammenzuckt“

Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat aus einem Interview mit DWN-Herausgeber Michael Maier zwei Absätze für einen Medien-Artikel verwendet. Darin unterstellt der Spiegel den DWN subtil, die „Mischung aus Angst und Misstrauen“ bei den Deutschen zu „füttern“. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten dokumentieren das Interview in voller Länge.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Am 24. April 2014 erhielt die Redaktion der Deutschen Wirtschafts Nachrichten eine Interview-Anfrage des Nachrichtenmagazins Spiegel. Der zuständige Redakteur bat uns um 11.08 Uhr, ihm „bis 18 Uhr“ einige Fragen zu beantworten.

Immerhin: Im Unterschied zur „Süddeutschen Zeitung“ (im Detail hier), machte sich der Redakteur wenigstens die Mühe, nachzufragen.

Wir lieferten die Antworten um 17.36 Uhr.

Gut einen Monat brauchte der „Spiegel“, um die Antworten zu verdauen. So erschien am 22. Mai 2014 um 10.50 Uhr ein Artikel auf Spiegel Online, der sich auch mit der Deutschen Wirtschafts Nachrichten befasst.

Wir zitieren:

„Deutlich subtiler füttern die ,Deutschen Wirtschafts Nachrichten‘ (,DWN‘) die Mischung aus Angst und Misstrauen bei einem wachsenden Teil der Bevölkerung. Der spröde Name trügt: Bei den ,DWN‘ geht es zwar meist um Wirtschaft und Politik, beides wird gelegentlich jedoch so reißerisch aufbereitet, dass der Leser vor Schreck zusammenzuckt. Immer wieder berichtet die Redaktion über angebliche Geheimpläne, mit deren Hilfe Institutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) oder die EU-Kommission den deutschen Bürgern ans Geld wollen. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Fakten dann meist als weniger dramatisch.

Man kann das für aufklärerisch halten oder für krawallig. Das Konzept scheint jedenfalls zu funktionieren: Immer wieder gehören Texte aus den „DWN“ zu den am häufigsten verbreiteten auf Facebook. „DWN“-Gründer und Herausgeber Michael Maier, immerhin mal für ein halbes Jahr Chefredakteur des ,Stern‘, hält die Berichterstattung seines Mediums nicht für überzogen. Zwar spitze man Themen zu, teilt der Österreicher auf Anfrage schriftlich mit, allerdings nur, um die ,politische und gesellschaftliche Brisanz hinter den politischen Worthülsen‘ aufzuzeigen: ,Wir lehnen jede Art von Angstmache ab.‘“

Nachdem Spiegel Online offenbar aus Platzgründen nicht in der Lage war, etwas ausführlicher darüber zu berichten, warum die Deutschen Wirtschafts Nachrichten kritischen Journalismus betreiben, dokumentieren wir im Folgenden das Interview im Wortlaut. Es wurde per Email geführt.

DER SPIEGEL: Die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ sind vor allem mit einzelnen Artikeln erfolgreich, die über soziale Netzwerke weiterverbreitet werden. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Michael Maier: Leser verteilen Artikel an ihre Freunde nur, weil sie sie für lesenswert und interessant halten. Schlechte oder falsche Artikel werden nicht verbreitet – die Leute sind ja nicht blöd. Wir haben tausende Kommentare täglich. Viele Website-Betreiber jammern über die Aktivität der Leser. Ein Netz-Lobbyist hat sogar einmal geschrieben, dass die meisten Kommentare, die er in acht Jahren auf seiner Website gelesen hat, „Zeitverschwendung“ gewesen seien. Das sehen wir anders, und offenbar merken die Leser das auch.

DER SPIEGEL: Die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ profilieren sich vor allem über eine ablehnende Haltung gegenüber den europäischen Institutionen.
Greifen Sie damit eine Stimmung in der Bevölkerung auf?

Michael Maier: In einer Demokratie haben die Journalisten eine einzige Aufgabe: Sie müssen scharfe und pointierte Kritik an allen staatlichen und supranationalen Einrichtungen üben. Gerade der Spiegel hat in seiner Frühphase mit seiner massiven, oft überzeichneten Kritik an den Institutionen der Bundesrepublik zu einer Verbesserung der demokratischen Strukturen beigetragen. Ich finde es höchst problematisch, wenn der Präsident des Rats der Europäischen Union sagt, dass die, die in der EU „wirklich entscheiden“, nicht im Europäischen Parlament sitzen. In einer repräsentativen Demokratie müssen die, die „wirklich entscheiden“, im Parlament sitzen, weil sie das Volk vertreten.

Gremien, die keiner demokratischen Rechenschaftspflicht unterliegen, wie etwa der ESM, können unter vollständiger Immunität vor Strafverfolgung über
Milliarden, die die europäischen Steuerzahler erarbeiten müssen, verfügen. Niemand wird Antworten und Auskünfte über die ordnungsgemäße Verwendung erhalten – weil alles der Amtsverschwiegenheit unterliegt. Meinen Sie nicht, dass die Medien hier eine beharrliche, nachhaltige Kontrollfunktion ausüben müssen?

Ich finde es notwendig, den Politikern und Finanz-Bürokraten mit äußerster Konsequenz auf die Finger zu schauen. Die EU ist keine private Heilsarmee, sondern ein supranationaler Verband. Sie muss kontrolliert werden, weil alle Player von den Steuergeldern der Europäer leben.

DER SPIEGEL: Die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ suggerieren, andere Medien würden die Wahrheit verschweigen. Sind Sie persönlich auch dieser Meinung? Wenn ja: Wie kommen Sie darauf?

Michael Maier: Es wäre einfacher, diese Frage zu beantworten, wenn Sie mir konkrete Beispiele nennen könnten. Nirgendwo auf den DWN wird behauptet, dass andere Medien die Wahrheit systematisch verschweigen. Das wäre nämlich blanker Unsinn: Es gibt keine übersinnliche Steuerung der Medien durch irgendwelche geheimnisvolle Mächte. Ich glaube, dass das Unbehagen vieler Leser und Zuseher mit den Medien daher kommt, dass manche Journalisten sich zu leicht von PR-Firmen und geschickten Spin-Doktoren vereinnahmen lassen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Kürzlich feierten viele Medien die „Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt“ als ein Zeichen dafür, dass die Eurokrise überstanden sei. Tatsächlich konnte Griechenland nur Staatsanleihen verkaufen, weil die EZB für die griechischen Schulden bürgt. Davon profitieren die Banken. Für das griechische Volk hat sich nichts gebessert.

DER SPIEGEL: Viele Artikel der „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ erweisen sich im Nachhinein als überzogen. Spielen Sie bewusst mit der Angst der Leser?

Michael Maier: Ich weiß nicht, was Sie mit „überzogen“ meinen – auch hier wäre eine Antwort einfacher, wenn Sie einen einzigen konkreten Fall nennen würden. Aber ich gebe Ihnen auch hier ein Beispiel: Die Taz hat behauptet, dass die Pläne zu EU-Saatgutverordnung von den DWN übertrieben dargestellt wurden. Die Taz schrieb, alles sei in Butter, niemand führe etwas Böses im Schilde. Das war vor einem Jahr. Im EU-Wahlkampf 2014 plakatieren die Grünen in Österreich nun folgenden Slogan: „Mein Paradeiser (österreichisch für Tomate) darf nicht illegal werden. Gegen die EU-Saatgutverordnung. Für Artenvielfalt“. Wir haben bei den Grünen in Wien und bei Saatgut-Aktivisten nachgefragt. Sie haben uns bestätigt, dass die Saatgutverordnung nun wieder auf Länderebene diskutiert wird – und die Gefahr für die Artenvielfalt mitnichten gebannt ist. Die Industrie hofft, dass die neuen EU-Parlamentarier einem neuen Entwurf zustimmen könnten. Ich frage Sie: Wer spielt hier eigentlich mit wem?

Wir lehnen jede Art von Angstmache ab – wie sie zum Beispiel gerade von einigen Medien in der Ukraine-Krise betrieben wird. Da werden sie bei den DWN eine wesentlich differenziertere Berichterstattung finden. Wir spitzen allerdings Themen so zu, dass ihre politische und gesellschaftliche Brisanz hinter den politischen Worthülsen aufgezeigt wird. Wir berichten regelmäßig über die immer noch verheerenden und völlig unkontrollierten Folgen des Atomunfalls von Fukushima – zuletzt mit einem Interview mit dem renommierten Atom-Physiker Sebastian Pflugbeil, welches ich Ihnen sehr zur Lektüre (eine Verlinkung wäre Internet-gerecht) empfehle: Pflugbeil zeigt, wie seitens der Atomindustrie und der japanischen Regierung vertuscht und gelogen wird. Eine solche Politik ist geeignet, den Bürgern Angst zu machen. Leider ist es mit vielen anderen Themen auch so, und nicht nur in Japan.

DER SPIEGEL: Wo würden Sie die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ politisch einordnen?

Michael Maier: Für uns ist das Wichtigste unsere vollständige Unabhängigkeit von politischen Parteien. Medien haben im Unterschied zu politischen Parteien den Vorteil, dass sie keine „Linie“ ausgeben müssen, um sich vom Mitbewerber abzugrenzen. Das macht ja Medien erst interessant: Dass sie nicht stur einem Partei-Programm folgen, in der man bei jedem Artikel schon vorher weiß, wie das Thema aufgezogen wird. Wir sind für die Freiheit des Individuums. Und origineller Weise sind wir gleichzeitig für einen starken Staat.

Der Staat muss die Rechte des Individuums zu schützen und für soziale Gerechtigkeit sorgen. Der Staat darf jedoch nicht von Interessens-Vertretern aus der Industrie und aus den Parteien gekapert werden. Dann agiert er nämlich gegen den Gesellschaftsvertrag und kann langfristig insbesondere die Schwachen nicht mehr schützen. Daher sind wir der Auffassung, dass der Staat nur dann stark sein kann, wenn er schlank ist – also nicht als Moloch im Würgegriff von Lobbyisten, Parteien und Interessensverbänden. Am stärksten ist der Staat, wenn die Bürger möglichst aktiv an politischen Entscheidungen mitwirken – durch Volksabstimmungen, Volksbegehren etc. Das gilt auch für die EU: Wir wollen dazu beitragen, dass Europa sich in diese Richtung entwickelt.

***

Wofür die Deutschen Wirtschafts Nachrichten stehen,hat Michael Maier in seinem neuen, beim Münchner FinanzBuch-Verlag erschienen Buch Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen“, dargelegt: Das massive Verschuldung der Welt hat dazu geführt, dass eine ganz kleine Gruppe von Unternehmen – vornehmlich Banken und Versicherungen – immer reicher wird. Das hat eine Netzwerk-Analyse des Schweizer Physikers James Glattfelder mathematisch belegt: Er hat 40.000 internationale Konzerne mit Computersimulationen analysiert und kommt zu dem Ergebnis: 0,123 Prozent kontrollieren über Eigentumsrechte und Kredite 80 Prozent aller multinationalen Konzerne.

Je mehr Falschgeld ins System gepumpt wird, umso stärker wird die Kluft zwischen Arm und Reich. Die Regierungen fluten dieses System in unverantwortlicher Weise: Sie wollen sich mit „Geschenken“ an die Wähler an der Macht halten. Unterstützt von den Zentralbanken, dem IWF, der Weltbank und der Bank für Internationale Zusammenarbeit wurde die Welt in die Abhängigkeit von der Schulden-Droge getrieben. Dies geschah nicht als Verschwörung, sondern aus der inneren Logik des skrupellosen Machterhalts. Doch das System ist an seine Grenzen gelangt: Die Schulden müssen bedient werden. Daher erleben wir eine beispiellose Plünderung, bei der die Mehrheit der Menschen für das Wohlergehen einer Minderheit zu bezahlen hat.

Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

Michael Maier, Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen.

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Beim Verlag kann es hier bestellt werden.

Das Buch ist auch bei Amazon erhältlich – hier.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick