Großbritannien: UKIP-Erfolg wird zum Problem für Premier David Cameron

Bei der Kommunal-Wahl in Großbritannien deutet sich an, dass die Labour-Partei vorne liegen dürfte. Die UKIP von Nigel Farage ist wie erwartet stark. Damit steigt der Druck der Euroskeptiker unter den Tories: Sie fordern einen Pakt mit Farage, um gemeinsam den EU-Austritt Großbritanniens voranzutreiben.

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In Großbritannien könnte die EU-Wahl für David Cameron und Nick Clegg unerfreulich werden. Vor allem die Liberaldemokraten haben bei der Kommunwahl sehr schwach abgeschnitten. Die Partei des EU-Kritikers Nigel Farage hat deutlich zugelegt. Die United Kingdom Independence Party (Ukip) eroberte bei der gleichzeitig mit der Europawahl abgehaltenen Abstimmung mehr neue Sitze als jede andere Partei, wie erste Teilergebnisse aus etwa einem Viertel der Gemeinden am Freitag zeigten. Verluste verbuchten dagegen Premierminister David Camerons Konservative sowie die oppositionelle Labour Partei.

Der offizielle Wahlblog meldet etwa für Sunderland:
Lab 48%
Con 24%
UKIP 22%
Green 3%
LD 3%

In Pitsea North West (Basildon) liegt die UKIP sogar vorne:
UKIP – 45.1%
LAB – 35.4%
CON – 16.7%
LDEM – 2.8%

In Portsmouth konnte die UKIP offenbar den Liberaldemokraten Mike Hankock besiegen. Hankock ist ein besonderes Exemplar: In einem Prozess wegen sexueller Nötigung ließ er sich krankheitsbedingt für verhanldungsunfähig erklären. Er gab an, er sei geistig nicht in der Lage, seine Anwälte zu instruieren. Fürs EU-Parlament hätte sein Geisteszustand dagegen gereicht, schreibt der Guardian.

Auch in Swindon liegt Labour vorne, die UKIP kann hier die Konservativen auf Platz 3 verweisen.

In Hull räumte Labour-Bürgermeister David Gemmell seine Niederlage gegen UKIP ein. Er sagte aber, er könne nicht klagen, er habe 26 gute Jahre im Amt verbracht.

Unterdessen erhöhen euro-skeptische Tories den Druck auf Premier Cameron: Douglas Carswell fordert auf seinem Blog eine Allianz der Konservativen mit UKIP, um gemeinsam den EU-Austritt Großbritanniens betreiben zu können. Für das EU-Referendum im Jahr 2017 sollten die beiden Parteien einen Pakt schließen.

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