Großbritannien: „UKIP liefert erste Schockwellen eines politischen Erdbebens“

Die EU-Gegner von Nigel Farage könnten bei der EU-Wahl sogar den ersten Platz erreicht haben. Zu diesem Schluss kommt der Guardian in einer Wahlanalyse. Die Zeitung berichtet von schockierten Politikern bei Labour und den Konservativen. Sie wollen nun auf den Farage-Kurs einschwenken.

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Der Sieg der eurokritischen UKIP bei den Kommunalwahlen in Großbritannien „liefert erste Schockwellen eines politischen Erdbebens“. Zu diesem drastischen Schluss kommt der Guardian in einer lesenswerten Wahl-Analyse.

Die Zeitung vermutet, dass „das Anschwellen der Zustimmung“ zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen UKIP und LAbour an der Spitze der EU-Wahl führen könnte.

Die Reaktionen vieler Politiker zeigten, dass den britischen Politiker der Schreck in die Glieder gefahren ist. Denn der Sieg Farages bei der Kommunalwahl führt den etablierten Parteien vor Augen, das die UKIP auch dort auf dem Vormarsch ist, wo es etwas zu verteilen gibt: in den Rathäusern und Gemeindevertretungen Großbritanniens. Eine Partei, die hier stark ist, ist mehr als nur eine Eintagsfliege. Sie hat die Möglichkeit, sich an der Basis zu verwurzeln. Das ist viel wichtiger als die Präsenz im EU-Parlament, die Farage ohnehin nur nutzt, um die EU zu attackieren. Freilich muss auch dafür der Steuerzahler bezahlen (mehr dazu hier).

Ein Labour-Kandidat berichtet, dass das Schlüsselerlebnis für ihn gewesen sei, als er vor einen langjährigen Wähler trat und der ihm erklärte: „Ich wähle diesmal UKIP. Ihr habt es verbockt, ihr braucht einen Denkzettel!“

Alle Parteien wollen sich nun neu orientieren und stärker auf die Interessen ihrer Wähler hören.

Das zu erwartende Ergebnis der EU-Wahl, welches am Sonntag bekanntgegeben wird, dürfte die Parteien in dieser Absicht bestärken.

Für die EU könnte die Entwicklung weitreichende Folgen haben: Wenn Großbritannien wirklich wegbricht, dann muss sich die EU neu erfinden. In ihrer gegenwärtigen Verfassung dürfte ihr jedoch die Kraft zu einem Neuanfang fehlen.

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