Putin will keine neue Sowjetunion: „Es wird keinen Kalten Krieg geben“

Das Säbel-Rasseln ist zu Ende. Russlands Präsident Putin sagte, dass es keinen Kalten Krieg geben werde. Deutschland und Frankreiche berichten, Putin habe dem Westen versichert, dass er die Präsidentenwahl in der Ukraine respektieren wird.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Wenn es nach Russlands Präsident Wladimir Putin geht, dann ist das kurze Kriegsgetöse vor der EU-Wahl un den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine zu ändern. Offenbar ist Putin überzeugt, dass der Favorit auf den Wahlsieg auch die russischen Interessen entsprechend berücksichtigen werden. Der der Oligarch und internationale Konzernherr eines Süßwaren-Imperiums Poroschenko hat unter anderem Firmen in Russland (mehr hier).

Putin erwartet wegen der Ukraine-Krise keinen neuen Kalten Krieg. In einem Interview mit internationalen Nachrichtenagenturen – einschließlich Reuters – sagte Putin am Rande des Wirtschaftsforums in St. Petersburg zudem, dass er nach der Annexion der Halbinsel Krim keine Pläne habe, die Sowjetunion wiedererstehen zu lassen. „An einem neuen Kalten Krieg ist niemand interessiert. Und ich denke, dass er nicht ausbrechen wird,“ ergänzte er. Die Gewalt und die politische Instabilität in der Ukraine seien außerdem die Schuld des Westens. Er hoffe, dass Europa und die USA zu Kompromissen bereit seien. Die Sanktionen der Europäischen Union und der USA gegen sein Land würden nicht zu einer Isolierung Russlands auf Dauer führen.

Putin hat der Bundeskanzlerin und seinem französischen Kollegen nach Angaben aus Regierungskreisen persönlich zugesichert, die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine zu respektieren. In einem Telefonat mit Angela Merkel und Francois Hollande am Samstagnachmittag habe Putin dies versichert, hieß es am Samstagabend. In dem gemeinsamen Telefonat hätten die drei ihre Sorge über die gegenwärtig ernste Lage in der Ukraine ausgedrückt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert zudem mit. „Sie teilen die Auffassung, dass die morgigen Präsidentschaftswahlen für die Stabilität der Ukraine von großer Bedeutung sind“, so Seibert. Die Wahlen müssten möglichst in allen Landesteilen der Ukraine stattfinden und in einer friedlichen Atmosphäre ablaufen.

Merkel, Hollande und Putin hätten zudem vereinbart, dass die Energiegespräche zwischen der Ukraine, Russland und der EU-Kommission sobald wie möglich erfolgreich abgeschlossen werden sollten. Putin hatte zuvor mehrfach angekündigt, dass die Ukraine ab dem 1. Juni nur noch Gas auf Vorkasse geliefert bekomme, wenn es seine alten Schulden beim russischen Gaskonzern Gazprom nicht bezahle.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will am Montag bekannt geben, ob die Wahlen in der Ukraine internationalen Standards entsprachen. Sollte das Urteil positiv ausfallen, wäre die russische Anerkennung des Wahlergebnisses ein entscheidender Punkt, um die Verhängung von Wirtschaftssanktionen der EU und der USA gegen Russland abzuwenden. Westliche Staaten werfen Russland nach dem Griff nach der ukrainischen Halbinsel Krim auch vor, die Situation in der Ostukraine destabilisiert zu haben.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick