USA drohen China: „Wir sind entschieden gegen Einschüchterung“

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat den Verbündeten in Südostasien zugesichert, die Amerikaner würden auch mit weniger Geld weiter ihre Interessen in der Region verteidigen. China, dem die Drohungen galten, versprach, keinen Ärger zu machen. Asien könnte der nächste Schauplatz für einen Ost-West-Showdown sein.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Inmitten zunehmender Spannungen in Südostasien haben die USA ihren Ton gegenüber China verschärft. Verteidigungsminister Chuck Hagel nutzte eine Sicherheitskonferenz in Singapur am Samstag für eine Warnung an die Adresse Pekings, jegliches Vormachtstreben in der Region zu unterlassen. Auch der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera konstatierte eine zunehmend schwierige Sicherheitslage in der Region. China wies die Vorwürfe zurück.

Hagel warf China mit ungewöhnlich scharfen Worten vor, in den vergangenen Monaten „destabilisierend und einseitig gehandelt“ zu haben, als es seine Ansprüche auf Gebiete im Südchinesischen Meer geltend gemacht habe. „Wir sind entschieden gegen Einschüchterung, Nötigung oder die Androhung von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung solcher Ansprüche.“ Die USA würden nicht wegsehen, „wenn die fundamentalen Prinzipien der internationalen Ordnung herausgefordert werden“, betonte der Minister.

Den Verbündeten in der Region sicherte Hagel zu, dass etwaige Kürzungen im amerikanischen Wehretat nicht zulasten der Verpflichtungen der USA im Asien-Pazifik-Raum gehen würden.

Der Vize-Stabschef der chinesischen Volksarmee, Wang Guanzhong, wies die Kritik zurück und zeigte sich über die „außergewöhnlich offenen“ Worte Hagels irritiert. In Peking beteuerte Staatschef Xi Jinping, China werde von sich aus nicht gewaltsam in Konflikte eingreifen, behalte sich aber das Recht auf Reaktionen vor. „Wir werden keinen Ärger machen, aber wir werden auf Provokationen reagieren, wenn nötig“, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
China beansprucht weite Teile des rohstoffreichen Südchinesischen Meers für sich und stößt damit auf Widerstand der anderen Anrainer. In den vergangenen Wochen hatte sich der Konflikt zugespitzt, als China in von Vietnam beanspruchten Gewässern eine Ölplattform errichtete. Die Philippinen hatten geargwöhnt, China errichte einen Luftwaffenstützpunkt auf einer unbewohnten Insel.

Japans Verteidigungsminister Onodera zeigte sich besorgt. „Japan und alle anderen Akteure müssen sich an die Herrschaft des Rechts halten“, sagte er. Keine Macht dürfe versuchen, den Status Quo gewaltsam zu verändern, warnte er.

Auch zwischen China und Japan hatte es in jüngster Zeit eine Verschärfung der Spannungen gegeben. So näherten sich in der vergangenen Woche nach japanischen Angaben chinesische Kampfflugzeuge japanischen Aufklärungsmaschinen bis auf wenige Meter an. Der Vorfall ereignete nahe in der Nähe einer Inselgruppe, die von beiden Staaten beansprucht wird.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick