Graue Eminenz der Bundesbank tritt ab

Der als graue Eminenz in der Bundesbank gefürchtete Rudolf Böhmler tritt ab. Ob sein Abgang in den Ruhestand mit den bevorstehenden Maßnahmen der EZB zu tun hat, ist nicht bekannt.

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Rudolf Böhmler, das dienstälteste Mitglied des Bundesbank-Vorstands, hört auf. Der 68 Jahre alte Jurist werde sich zum Jahreswechsel zurückziehen, teilte die Bundesbank am Dienstag in Frankfurt mit. Gründe für den Schritt wurden nicht genannt. Böhmler gehört dem Vorstand der deutschen Notenbank seit 2007 an. Im Juli 2012 hatte er eine zweite fünfjährige Amtszeit begonnen, die er nur wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag nach der Hälfte vorzeitig beenden wird. Böhmler verantwortet bei der Bundesbank unter anderem die Ressorts Personal, Controlling, Rechnungswesen und Verwaltung.

Vor seinem Wechsel nach Frankfurt war der leidenschaftliche Radfahrer unter anderem Chef der Staatskanzlei des Landes Baden-Württemberg. Wer Böhmlers Nachfolger wird, ist noch offen. Klar ist aber, dass nach Regeln für die Besetzung des Bundesbank-Vorstands die beiden Bundesländer Thüringen und Sachsen einen Nachfolger bestimmen werden. Ihr Vorschlag geht dann über den Bundesrat zum Bundespräsidenten. Dieser ernennt Vorstände der Bundesbank offiziell.

Als Böhmler vor sieben Jahren ins Amt kam, riskierte der damalige Bundesbank-Chef Axel Weber einen Konflikt, weil er Böhmler für ungeeignet hielt. Weber musste Böhmler schließlich akzeptieren. Dieser profilierte sich in den darauf folgenden Jahren als „Innenminister“ der Zentralbank, während Weber und nach dessen Rücktritt 2011 Jens Weidmann sich als Präsidenten um die Kernaufgaben der Geldpolitik kümmerten.

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