Bonds werden billiger: Sparer finanzieren Schulden-Staaten

Der wichtigste Effekt der Draghi Geldschwemme hat sich am Donnerstag erwartungsgemäß eingestellt: Die Renditen für südeuropäische Krisenstaaten gingen in den Keller. Schuldenmachen, leicht gemacht - die europäischen Sparer müssen dafür bezahlen.

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Nach der Zinssenkung der EZB und den Beschlüssen zur Ankurbelung der Kreditvergabe in der Euro-Zone haben viele Anleger Bonds der Euro-Krisenstaaten gekauft. „Grundsätzlich kommen die Beschlüsse der EZB den Südländern mehr zu Gute als uns“, kommentierte ein deutscher Rentenhändler. Während der Bund-Future um bis zu 68 Ticks auf 145,25 Punkte rutschte, zog der Future auf die italienischen Anleihen um bis zu 92 Ticks auf 125,72 Zähler an. Entsprechend gaben die Renditen der italienischen Anleihen bis auf 2,923 Prozent nach. Auch die spanischen Anleihen waren gefragt. Ihre Renditen purzelten auf 2,811 Prozent. Dagegen kletterte die Rendite der deutschen Bundesanleihe auf 1,442 von 1,387 Prozent am Vorabend.

Den Bürgern in Südeuropa ist damit im übrigen nicht geholfen: Obwohl die Märkte die EZB-Entscheidung antizipiert hatten, sind die Zahlen in den meisten Ländern Südeuropas verheerend. In Griechenland läuft im Grund gar nichts mehr, das Land kann ohne einen Schuldenschnitt nicht überleben (mehr dazu hier).

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt in Griechenland. Die Erwerbslosenquote ging im März auf 26,8 Prozent zurück, wie das Statistikamt Elstat am Donnerstag mitteilte. Im Februar waren es 26,9 Prozent. Trotz des leichten Rückgangs ist die Arbeitslosigkeit noch immer die höchste in der Europäischen Union. Die Wirtschaft in dem von EU und IWF vor der Pleite geretteten Land schrumpft seit sechs Jahren


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