D-Day: Die Normannen sind wütend auf die Party der Welt-Elite

In der Normandie herrscht Verbitterung über den massiven Aufmarsch der Regierungschefs zum Gedenken an den D-Day. Die Stimmung sei gekippt: Noch vor wenigen Jahren hatte sich sogar die Queen unters Volk gemischt. Jetzt feiern Obama & Co. unter Ausschluss der Bewohner. Die Normandie wird zur Kulisse für den globalen Tross mit all seinen Höflingen. Bewohner sind auf dem Gruppenfoto der Staatschefs ausdrücklich nicht erwünscht.

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Der D-Day wird in diesem Jahr eine besondere Inszenierung der Mächtigen. Anders als in früheren Jahren sind nämlich die Normannen selbst nicht erwünscht. Der Präfekt der Normandie hat seine Bürger aufgefordert, zu Haus zu bleiben. Diese haben allerdings ohnehin keine Lust zu kommen, wie der Figaro berichtet. Sie fühlen sich wie in einer „besetzten Zone“ – wegen des massiven Aufmarschs der Sicherheitskräfte. In den Schulen haben britische Soldaten ihre Camps aufgeschlagen, allein der Konvoi vom Tross Obamas hat eine Länge von drei Kilometern.

Der Figaro zitiert einen Anwohner: „Es ist, als ob es eine riesige Party in deinem eigenen Haus gibt, aber du bist nicht eingeladen.“ Zum 40. Jahrestag habe die Bevölkerung noch regen Anteil genommen, etwa in Caen, wo die Straßen überfüllt waren. Die Queen hatte ein Bad in der Menge genommen und Hände geschüttelt.

Auch die Tatsache, dass Präsident Hollande am Freitag erstmals (!) der 20.000 Opfer aus der Zivilbevölkerung gedenken will, kann die Normannen nicht versöhnen. Ihnen wurde gesagt, wenn sie wirklich bei der Feier auftauchen sollten, mögen sie ein ordentliches Frühstück nehmen, denn der Verzehr von Sandwiches werde auf einem Friedhof nicht gerne gesehen. Ein 70jährige Anwohnerin: „Halten die uns für dumme Bauern, dass wir nicht wissen, wie wir uns auf einem Friedhof zu benehmen haben? Glauben die, einer von uns bringt sein Camembert-Brot mit zur Feier?“

Vom Aufmarsch der Welt-Eliten geht eine eisige Kälte aus. Die Führer der Welt wissen nichts mehr von denen, denen sie ihre Karrieren verdanken. Was sie interessiert, sind glatte Hochglanzfotos für die Weltpresse. Die Medien sollen das hohle Pathos transportieren. Gewaltige Heerscharen von Höflingen, Spin-Doktoren und Geschäftemacher schwirren um die Mächtigen und naschen, dankbar und devot, am steuerfinanzierten Kuchen mit. Die Regierungschefs tragen eine Arroganz zur Schau, die den Schluss nahelegt: Wir wollen nichts von Euch wissen.

Die Welt wird immer mehr zu einer Feudalgesellschaft, deren Elite im Container lebt.

Big Brother auf höchstem Niveau


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