Draghi schickt Euro auf Talfahrt

Die Entscheidung der EZB für Negativzinsen hat den Euro geschwächt. Die Währung sackte auf 1,36 Dollar ab.

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Nach dem Zinsbeschluss der EZB ist der Euro am Donnerstag auf Talfahrt gegangen. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,3560 Dollar von knapp über 1,36 Dollar kurz vor der Zinsentscheidung. Das ist der niedrigste Stand seit Anfang Februar. Der Dax zog auf 9971 Punkten von zuvor etwa 9960 Zählern an. Damit lag er 0,5 Prozent im Plus. Der EuroStoxx50 legte 0,8 Prozent auf 3263 Punkte zu.

Noch Anfang Mai war der Euro auf dem Weg zur 1,40 Dollar-Marke gewesen. Doch dann signalisierte EZB-Chef Mario Draghi die bevorstehende Lockerung der Geldpolitik für Juni.

Die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Euro am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Er fiel auf ein Vier-Monats-Tief von 1,3559 Dollar, nach 1,3608 Dollar unmittelbar vor Bekanntgabe der Entscheidung. Der Dax reagierte dagegen kaum, er notierte 0,4 Prozent fester und lag bei 9970 Zählern.

Der EuroStoxx50 stieg knapp ein Prozent und erreichte mit 3266,21 Stellen den höchsten Stand seit knapp sechs Jahren. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, zog um 28 Ticks auf 146,21 Punkte an.

Die EZB reagierte auf die anhaltende Wirtschaftsflaute und die drohende Deflation in Europa und senkte den Leitzins auf 0,15 von 0,25 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit einem größeren Rückschritt auf 0,10 Prozent gerechnet. Zudem müssen Banken künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Dafür wird der Einlagezins erstmals unter die Nulllinie auf minus 0,10 Prozent reduziert. Außerdem sollen auf der Pressekonferenz des EZB-Chefs Mario Draghi weitere geldpolitische Maßnahmen angekündigt werden.

Bei den Unternehmen stand die Deutsche Telekom im Rampenlicht. Einem Insider zufolge will Sprint dem Bonner Konzern für dessen US-Mobilfunktochter T-Mobile US 40 Dollar je Aktie oder insgesamt 32 Milliarden Dollar zahlen. Der Deal sei aber noch nicht in trockenen Tüchern, warnte ein Börsianer. Schließlich müssten die Kartellbehörden noch zustimmen. Die T-Aktie stieg um ein Prozent auf 12,54 Euro.

Die Papiere von Borussia Dortmund (BVB) stiegen sogar um 8,8 Prozent auf ein Zwölf-Jahres-Hoch von 4,22 Euro. Der Fußball-Bundesligist steht vor seinem Aufstieg in den Kleinwerte-Index SDax. Zusatzschub erhielten die Titel von einem Vorab-Bericht des Wirtschaftsmagazins „Bilanz“, demzufolge die Deutsche Bank mit dem BVB über den Kauf eines zehnprozentigen Anteils verhandele.

Die Titel der Deutschen Bank gaben dagegen bis zu 1,8 Prozent nach und waren damit so billig wie zuletzt im September 2012. Das Geldhaus verkauft seine knapp 300 Millionen neuen Aktien zu je 22,50 Euro. Mit dieser Platzierung sammelt es 6,75 Milliarden Euro und damit etwas mehr ein als erwartet. Zusammen mit dem Verkauf von Anteilen an einen Scheich aus Katar summiert sich die Kapitalerhöhung auf 8,5 Milliarden Euro.

An der Londoner Börse trieben neue Übernahmefantasien Smith & Nephew zeitweise auf ein Rekordhoch von 1136 Pence. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist der US-Medizintechnikkonzern Medtronic an dem britischen Konkurrenten interessiert. Vergangene Woche hatte die „Financial Times“ der US-Firma Stryker Interesse an Smith & Nephew nachgesagt. Joe Rundle, Chef-Händler beim Brokerhaus ETX Capital, hält ein ähnliches Tauziehen wie bei der versuchten Übernahme von AstraZeneca durch Pfizer für möglich. Daher sei beim Smith & Nephew-Kurs noch Luft nach oben.

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