Japan gibt Draghi Ratschläge, wie man noch mehr Geld drucken kann

Ausgerechnet Japan: Der Notenbanker Takehiro Sato rät der EZB zum massiven Gelddrucken. Japan versucht seit Jahren, die Wirtschaft über die Geldpolitik zu steuern. Außer einem flächendeckenden Gambling mit den Renten der Japaner haben die sogenannten Abeonimics jedoch nichts gebracht.

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Die EZB muss nach Ansicht eines japanischen Zentralbankers wegen drohender Deflationsgefahren auf der Hut sein. Die Erfahrung einer langen Phase fallender Preise in dem asiatischen Land dient nach Ansicht des Notenbankers Takehiro Sato als abschreckendes Beispiel. Wegen der anhaltend niedrigen Preise in der Euro-Zone hätten die Verbraucher ihre Erwartung an die mittelfristige Entwicklung der Teuerung bereits etwas zurückgeschraubt, sagte er am Donnerstag vor Geschäftsleuten im japanischen Oita. Ein solcher Prozess könne eine Eigendynamik entwickeln, warnte der Notenbanker, dessen Land jahrelang in der Deflation feststeckte.

Die meisten Experten erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins auf 0,1 von 0,25 Prozent senken wird. Zugleich wird in der EZB eine Art Strafzins für Banken erwogen, die ihr Geld bei der EZB parken. Womöglich werden die Zentralbanker künftig aber auch noch zu unkonventionellen Maßnahmen jenseits des Leitzinses greifen müssen, wie Sato sagte. Die EZB habe die Bereitschaft dazu ja bereits bekundet. „Daher schaue ich mir ihre künftige Geldpolitik genau an.“ Manche Experten erwarten, dass die Hüter des Euro künftig weitere geldpolitische Maßnahmen ergreifen. Sie könnten beispielsweise mit einem groß angelegten Wertpapierankaufprogramm die Notenpresse kräftig anwerfen, um Deflationsgefahren zu begegnen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Die EZB muss als Hüterin stabiler Preise verhindern, dass die Verbraucher in der Hoffnung auf immer billigere Güter ihre Käufe zurückstellen und Firmen Investitionen hinauszögern. Beobachter wie der DSGV glauben indessen nicht an eine Deflation: Sie warnen vor einer weiteren Enteignung der deutschen Sparer (mehr dazu hier).

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