Siemens zweifelt an Alstom, will aber den Preis treiben

Siemens hat in der Endphase des Wettstreits um Alstom intern schwere Bedenken gegen die Übernahme geäußert. Trotzdem wollen die Deutschen noch etwas lizitieren, um wenigstens den Preis für den US-Konkurrenten GE in die Höhe zu treiben.

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Siemens hat seine Pläne für die Zukunft der Bahnsparte im Fall einer Übernahme der Alstom -Energietechnik bekräftigt. Die Münchner behielten im Fall eines Transfers der eigenen Zugsparte an die Franzosen einen Minderheitsanteil, sagte Landeschef Christophe de Maistre in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Parisien“. Sein Haus sei zudem bereit, „unsere Aktivitäten bei der Bahn-Signaltechnik zu diskutieren“, sagte er. Es sei Siemens ernst mit einem Gegenangebot zur gut zwölf Milliarden Euro schweren Offerte des US-Rivalen GE.

Siemens hat sich mit seiner Reaktion auf das GE-Gebot bis zum 16. Juni Zeit gegeben. In der Konzernzentrale gibt es allerdings schwere Bedenken. Dort werden Kartellrisiken, die große Komplexität einer Integration und die Überlastung der eigenen Organisation gefürchtet. Siemens will Insidern zufolge neben der Mehrheit seines Zuggeschäfts weniger als sieben Milliarden Euro für handverlesene Teile der Alstom-Energiesparte auf den Tisch legen.

GE rührt unterdessen verstärkt die Werbetrommel für das eigene Gebot, das noch bis zum 23. Juni läuft. Nachdem Konzernchef Jeff Immelt Staatspräsident Francois Hollande bereits tausend Arbeitsplätze in neuen Werken versprochen hat, machen die Amerikaner nun verstärkt Reklame in Anzeigen und TV-Spots und betonen ihre Affinität zu Frankreich. Die französische Regierung erwägt aber auch eine rein inländische Lösung der Alstom-Frage. Alstom-Chef Patrick Kron hat sich eindeutig für GE ausgesprochen. Siemens durfte zwar in die Bücher schauen, bekommt aber ansonsten die kalte Schulter gezeigt.

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