Türkischer Industrieller bekämpft Streikende mit Kuhmist

Der Chef des größten türkischen Industrieverbands ist zurückgetreten. Zuvor brach ein Streik auf dem Gelände seines Privatunternehmens aus. Er ließ Kuhmist streuen. Der Gestank sollte die Arbeiter von ihrem Vorhaben abhalten.

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Der Chef des größten Industrieverbands der Türkei (TÜSIAD), Muharrem Yılmaz, ist von seinem Posten zurückgetreten. Auslöser war ein Streik auf dem Gelände seines Privatunternehmens Sütaş. Sütaş ist der türkische Marktführer in Milch, Joghurt, Buttermilch, Käse und Butter. Yılmaz hatte versucht, den Streik seiner Mitarbeiter zu verhindern.

Doch seine Methode erntete Kritik. Er ließ auf dem Streikgelände 13 Tonnen getrockneten Kuhmist ausschütten, um eine Abschreckung zu bewirken. Die Arbeiter blieben. Doch das Produktionsgelände von Sütaş wurde von einer Fliegenplage befallen.

„Um unseren Protest zu unterdrücken, haben sie uns erst mit LKWs abgeschirmt. Anschließend wurde Kuhmist gestreut. Es ist ein Riesenfehler, auf dem Gelände einer Produktionsanlage für Nahrungsmittel Kuhmist zu streuen“, zitiert die Milliyet den Vertreter der Gewerkschaft Tekgıda, Suat Karlıkaya.

Dabei hatte sich der TÜSIAD-Chef Muharrem Yılmaz am 1. Mai höchstpersönlich als Mitstreiter für die Arbeiterrechte in der Türkei präsentiert.

„Der Respekt vor den Bemühungen der Arbeitnehmer ist unverzichtbar für die demokratische Kultur“, sagte Yılmaz.

Damit wollte er der Erdoğan-Regierung einen Seitenhieb erteilen und sich als wohlwollender Arbeitgeber präsentieren.

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