104.000 Dollar im Monat zu wenig: Kamerun-Fußballer verweigern Flug zur WM

Obszöne Fußball-Millionäre: Die Fußballer von Kamerun haben sich geweigert, zur Fußball-WM zu fliegen. 104.000 Dollar Monatsgehalt sind ihnen zu wenig. Im selben Zeitraum verdient der Durchschnitt der Bürger Kameruns 150 Dollar.

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Die Fußball-Spieler Kameruns um ihren deutschen Trainer Volker Finke haben im Streit um Geld den Abflug zur WM nach Brasilien verweigert. Die gebotenen rund 104.000 Dollar pro Spieler sei den Akteuren nicht genug, sagte Finke der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Derzeit liefen deshalb Gespräche über eine Einigung. Die Spieler hatten sich am Sonntag gar nicht erst auf den Weg zum Flughafen von Kameruns Hauptstadt Jaunde gemacht, wo ihre Maschine eigentlich am Vormittag starten sollte. Das Team um Samuel Eto’o vom FC Chelsea, dem Mainzer Eric Maxim Choupo-Moting und den Schalker Joel Matip hatte bereits am Samstag die traditionelle Übergabe der Landesflagge durch den Ministerpräsidenten an den Mannschaftskapitän verweigert. Stattdessen musste Finke die Flagge in Empfang nehmen.

Aus dem Umfeld der Delegation der Mannschaft hieß es am Abend, das Prämien-Problem sei gelöst und die Mannschaft werde sich am späten Abend auf den Weg in Richtung Brasilien machen. Dort hat das Team am Freitag ihr erstes Spiel gegen Mexiko. Weitere Gegner in der Vorrunde sind Gastgeber Brasilien und Kroatien.

Der Vorfall zeigt, wie obszön der Kommerz-Fußball geworden ist. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes betrug der durchschnittliche Jahresverdienst in Kamerun 1.333 Euro im Jahr. Der Mindestlohn liegt nach Angaben von Michael Page bei 35 Euro – pro Monat.

Die Ablehnung der Übernahme der Nationalflagge durch die Fußball-Söldner ist nur logisch: Diese Sportler haben mit ihrem Heimatland wahrlich nichts am Hut.

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