Merck kauft Hersteller von Hepatitis-Medikamenten

Für 3,85 Milliarden Dollar kauft Merck & Co das Unternehmen Idenix, das derzeit drei Hepatitis-Medikamente entwickelt. Allein in den USA gibt es rund 3,2 Millionen Menschen, die chronisch an Hepatitis C leiden.

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Wegen der Übernahme durch Merck kletterten die Papiere von Idenix am Montag auf 24,10 Dollar. (Grafik: ariva.de)

Wegen der Übernahme durch Merck kletterten die Papiere von Idenix am Montag auf 24,10 Dollar. (Grafik: ariva.de)

Merck & Co stärkt mit einem milliardenschweren Zukauf seine Palette an Medikamenten gegen die Leberkrankheit Hepatitis C. Für 3,85 Milliarden Dollar will der US-Pharmakonzern das auf die Behandlung von Viruserkrankungen spezialisierte Unternehmen Idenix schlucken, teilte Merck & Co am Montag mit.

Damit bläst Merck & Co zum Sturm auf den heimischen Rivalen Gilead Sciences, der den Markt der Hepatitis-C-Mittel dominiert. Mit der Übernahme sichert sich Merck & Co den Zugang zu drei Medikamenten, die derzeit in den Idenix-Laboren in Massachusetts entwickelt werden. Allein in den USA gibt es rund 3,2 Millionen Menschen, die chronisch an Hepatitis C leiden.

Der Platzhirsch Gilead verdiente mit seinem Hepatits-C-Mittel Sovaldi in den ersten Monaten nach Markteinführung 2,3 Milliarden Dollar. Die Behandlung mit Sovaldi kostet pro Person jährlich 84.000 Dollar.

Die Idenix-Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Merck & Co zahlt mit 24,50 Dollar je Aktie mehr als das Dreifache des Idenix-Schlusskurses vom Freitag. Am Montag kletterten die Papiere auf 24,10 Dollar. Merck-Aktien gaben 0,1 Prozent nach.

Anfang Mai verkaufte Merck & Co sein Geschäft mit rezeptfreien Mitteln und Gesundheitspräparaten an Bayer. Der Leverkusener Aspirin-Hersteller legte dafür 10,4 Milliarden Dollar auf den Tisch. Derzeit rollt eine Fusionswelle durch die Pharma-Industrie, weil sich die Firmen wegen Patentabläufen verstärkt der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte stellen müssen.

Der größte Zusammenschluss in der Geschichte der Branche scheiterte aber vorerst, weil Pfizer nach mehreren Absagen keine neue Offerte für AstraZeneca abgeben will. Die Briten hatten zuletzt auch ein Angebot von rund 118 Milliarden Dollar abgelehnt.

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