Finanzielle Repression: Die Enteignung der Sparer ist erst der Anfang

Der globale Schulden-Zyklus neigt sich dem Ende zu. Die Verlierer werden die deutschen Sparer sein: Niedrige Zinsen, Lebensversicherungen rasiert, höhere Bankgebühren, Zwangsabgaben. Wir stehen erst am Anfang des Einsatzes eines nie dagewesenen Arsenals der finanziellen Repression.

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Es wird langsam kritisch für die Sparer in Deutschland. Jeder, der ein kleines Vermögen für das Alter zurückgelegt hat, muss auf der Hut sein. Bei den Lebensversicherungen ist es schon passiert: Die Ausschüttungen können gekürzt werden. Mit dem Sparbuch verlieren die Kunden wegen der Kaufkraft reales Geld. Das Risiko von Banken-Crashs ist längst nicht vom Tisch.

Wir nähern uns dem Endspiel in einem noch nie dagewesenen, globalen Schuldenzyklus. Jeder spürt: Das ist alles erst der Anfang. Vor einigen Jahren hatten Angela Merkel und Peer Steinbrück die Spareinlagen noch garantiert. Heute ist nur eines sicher: Die Ersparnisse schmelzen wie der Schnee unter der Sonne (das wussten Merkel und die SPD damals übrigens auch – mehr zu der abenteuerlichen Aktion hier).

Wie kommt das?

Die meisten Leute haben ihr Leben lang hart gearbeitet. Sie haben nie an der Börse spekuliert. Der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes spricht von der Enteignung der Sparer (hier). Diese ist die Folge der jahrelangen Schuldenmacherei, die die Wirtschaft auf der ganzen Welt angeheizt hat. Nun ist Zahltag. Die Schuldenstaaten von Amerika bis Deutschland, von Griechenland bis Japan müssen die letzten Ersparnisse plündern, um das System am Laufen zu halten. Sie suchen auf der ganzen Welt nach Werten.

Jetzt wird klar: Wir haben Jahrzehnte des massiven Misswirtschaft hinter uns. Weder die Politik noch die Banken oder die Konzerne haben verantwortungsvoll gewirtschaftet. Alle haben Schulden gemacht und sich eingeredet, sie können aus den Schulden „herauswachsen“.

Doch in alternden Gesellschaften wie Deutschland ist es eine Illusion zu glauben, man könne den Schulden entwachsen: Es gibt zu wenig junge Leute, die dafür sorgen könnten. Die Rentner wollen ihr Geld. Die Banken wollen ihr Geld. Die Regierungen wollen weiter Geld verschenken. Die jungen Volkswirtschaften – Indien, Afrika, Türkei – sind noch nicht weit genug und ebenfalls zu hoch verschuldet. Das passt alles nicht zusammen.

In der Geschichte hat es immer solche Phasen der finanziellen Repression gegeben: Regierungen haben zu viele Schulden gemacht, weil sie Kriege finanzieren oder Wahlen gewinnen wollten. Am Ende hat es nie gereicht. Die Ersparnisse wurden geplündert. In Deutschland hieß das dann „Reichsnotopfer“ (1919), „Vermögensabgabe“ (1949) oder „Investitionshilfeabgabe“ (1982).

Die Politik verkauft eine solche Plünderung als „Neustart“ oder „Reform“. Doch was wir erleben, ist eine dramatische Umverteilung. Sie trifft die Deutschen ganz besonders hart: Die deutschen Spareinlagen betrugen noch bis vor kurzem fast 5.000 Milliarden Euro. Auf diese Spareinlagen hat die Welt-Schuldengemeinschaft ihre begehrlichen Blicke geworfen. Sie sollen geplündert werden, um die Welt vor dem Finanz-Kollaps zu retten. Der IWF und die Bundesbank sprechen bereits ganz offen von einer „Vermögensabgabe“ von 10 Prozent auf alle europäischen Netto-Vermögen.

Die Zentralbanken spielen bei dieser Plünderung eine verheerende Rolle: Durch die massiven globalen Finanzströme entstehen Netzwerke-Effekte. Die Billionen aus künstlichem Geld haben diese Entwicklung dramatisch beschleunigt. Computer-Simulationen beweisen: Die Kapitalströme machen die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer – weltweit. Je mehr Geld ins System gepumpt wird, desto größer ist der Effekt. Mario Draghi hat vergangene Woche gesagt: Wir sind noch nicht am Ende angekommen.

Die deutschen Sparer müssen das als gefährliche Drohung verstehen.

Sie sollten sich schleunigst schützen.

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Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

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Wie genau das geht, erklärt DWN-Herausgeber Michael Maier in seinem neuen Buch. Er schildert, dass die Staaten und die Zentralbanken die finanzielle Repression eisenhart durchziehen werden. Die gewaltigen Ozeane aus Kredit bahnen sich auf der Suche nach realen Werten ihren Weg. Die Sparer in Deutschland sind ihr Ziel. Noch besteht eine Art Mondfenster, um Zwangsabgaben und Vermögenssteuern zu entkommen. Doch es schließt sich. Die außergewöhnlichen Maßnahmen der EZB sind ein untrügliches Indiz.

Michael Maier, Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen.

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