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Abgehängt in der EU: Die 10 Regionen mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit

Nach neuen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hatte die Jugendarbeitslosigkeit in der EU 2013 einen Rekordstand von 18,8% erreicht. Allerdings ist die Jugendarbeitslosigkeit höchst ungleich verteilt. In vielen Regionen sind mehr als die Hälfte der Unter-25-Jährigen arbeitslos. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten haben jene 10 Regionen analysiert, für die es wirklich düster aussieht.

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Platz 10: Asturien

Asturien ist eine kleine Region an der Nordküste Spaniens – etwas mehr Einwohner als das Saarland und die Hälfte der Fläche Hessens. 54,7% der Jugendlichen unter 25 sind hier arbeitslos. Im Mittelalter war Asturien zeitweise ein unabhängiges Königreich. Im 19. Jahrhundert fand man hier Kohle und es entwickelte sich eine Stahlindustrie. Der Strukturwandel hin zu modernen Industrien gelang dagegen nicht. Im Gegensatz zu den anderen neun Regionen dieser Liste, die alle ein Mittelmeerklima mit trockenen Sommern haben, müssen Asturiens Arbeitslose auch noch häufig schlechtes Wetter ertragen. Es ist ganzjährig regnerisch.

Platz 9: Kalabrien und Basilikata

Kalabrien bildet die Stiefelspitze Italiens, die Basilikata grenzt direkt nördlich daran. 56,1% der Jugendlichen in Kalabrien und 55,1% in der Basikikata sind arbeitslos. Industrie spielte in den Regionen, trotz einiger durch staatliche Subventionen angelockter Ansiedlungen seit den 70er Jahren, nie eine große Rolle. Im Unterschied zu den neun anderen Regionen dieser Liste hatten Kalabrien und die Basilikata schon immer nicht nur hohe, sondern extreme Jugendarbeitslosigkeit. So lag die Jugendarbeitslosenquote in Kalabrien bereits 2003 bei 55,1%. Ein guter Nährboden für Kriminalität. Kalabrien ist das Kernland der ‚Ndragheta. 70% der Firmen sollen Schutzgelder zahlen müssen.

Platz 8: Land Valencia

Die Region um die spanische 800.000-Einwohner-Stadt Valencia herum hat eine Jugendarbeitslosigkeit von 56,7%. Die Region gehört zu den wichtigsten Urlaubsregionen Spaniens und war vor der Wirtschaftskrise 2008 ein Zentrum des spanischen Baubooms. Heute ist das Land hoch verschuldet und musste als erste spanische Region Rettungsgelder von der Zentralregierung beantragen.

Platz 7: Mittel- und Westgriechenland einschließlich Peloponnes und Thessalien

Auf dem gesamten griechischen Festland nördlich und westlich der griechischen Hauptstadtregion Attika sieht es für Jugendliche düster aus. Zwischen 57,4% und 59,8% sind dort arbeitslos. Griechische Wirtschaftsmisere vor dem Hintergrund zahlreicher sehenswerter antiker Stätten.

Platz 6: Ostmakedonien-Thrakien

Die griechische Region Ostmakedonien-Thrakien liegt an der Grenzen zu Bulgarien und zur Türkei. Ein Randgebiet mit EU-Außengrenze. Es gibt eine große türkische Minderheit, aber keine Großstädte. 59,8% der Jugendlichen sind in Ostmakedonien-Thrakien arbeitslos.

Platz 5: Attika

Die Stadtregion der griechischen Hauptstadt Athen ist nach wie vor die reichste Griechenlands und bildet das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Trotzdem sind 60,6% der Jugendlichen Attikas arbeitslos. Die Kinder der Zugezogenen, die jahrzehntelang aus allen Teilen Griechenlands in die prosperierende Hauptstadtregion strömten, finden heute keine Arbeit mehr.

Platz 4: Extremadura und Kastillien-La Mancha

Die beiden Regionen Extremadura und Kastilien-La Mancha bilden das spanische Binnenland zwischen der Hauptstadt Madrid und dem südlicheren Andalusien. Kastillien-La Mancha ist flächenmäßig größer als Bayern, Extremadura flächenmäßig größer als Baden-Württemberg. Aber beide Regionen sind extrem dünn besiedelt. Die Bevölkerungsdichte ist kaum größer als in Schweden. 61,6% der Jugendlichen sind in Kastillien-La Mancha, 61,7% in Extremadura arbeitslos. Beide Regionen weisen zudem unter den hier vorgestellten die höchste Steigerungsrate der Jugendarbeitslosigkeit seit 2003 auf. In Kastillien-La Mancha ist die Jugendarbeitslosenquote seitdem um 45,3 Prozentpunkte, in Extremadura um 40,4 Prozentpunkte gestiegen.

Platz 3: Zentralmakedonien

In der nordgriechischen Region mit der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki sind 61,8% der Jugendlichen arbeitslos. Die Region lebt von der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Die Strukturschwäche der Wirtschaft führte dazu, dass die Bevölkerung der Stadt Thessaloniki zwischen 1991 und 2011 von 412.000 auf 315.000 zurückgegangen ist.

Platz 2: Andalusien

Das sonnenreiche Andalusien weist hervorragende Bedingungen für die Landwirtschaft und den Tourismus auf. Doch Olivenbäume und Getreide brauchen kaum Pflege und schaffen kaum Arbeitsplätze. Neue arbeitsintensive Kulturen wie Gemüse sind an die knappen Bewässerungsmöglichkeiten gebunden. Andere Wirtschaftszweige wurden lange Zeit vernachlässigt. Heute sind 66,1% der jungen Andalusier arbeitslos.

Platz 1: Epirus und Westmakedonien

Im Norden Griechenlands an der Grenze zu Albanien gelegen weist die Region Epirus eine Jugendarbeitslosigkeit von 67,0% und die Region Westmakedonien eine von 70,6% auf. Absoluter Negativrekord. Abseits gelegen, gebirgig und verkehrsmäßig kaum erschlossen, sehr dünn besiedelt, wirtschaftlich seit jeher strukturschwach, so kann man die beiden benachbarten Regionen kennzeichnen. Landschaftlich sind sie aber sehr schön.

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Seehofer: Die Lage ist „ernst und bedrohlich“
Seehofer: Die Lage ist „ernst und bedrohlich“
Der bayrische Ministerpräsident hält die Sicherheitslage nach den Anschlägen in Bayern für ernst und bedrohlich. Er rief die Bürger zur Wachsamkeit auf. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte dagegen, dass von den Flüchtlingen keine besonders hohe Gefahr ausgehe.
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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sieht die Lage ernst und bedrohlich. (Foto: dpa)

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. (Foto: dpa)

Nach dem zweiten Anschlag in Deutschland binnen einer Woche hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Sicherheitslage als „ernst und bedrohlich“ beschrieben. Seehofer riet den Bundesbürgern im Münchner Merkur zu Wachsamkeit. Es helfe nicht, an der Realität vorbeizudiskutieren. „Bei uns leben viele Flüchtlinge, die ein schweres Schicksal haben und denen wir helfen sollten. Aber unter ihnen gibt es leider Menschen mit einem erschreckenden Gewaltpotenzial.“

Am Montag vergangener Woche hatte ein junger Flüchtling unter anderem in einer Regionalbahn in Würzburg Menschen mit einer Axt angegriffen. Sonntagabend zündete dann ein syrischer Flüchtling bei einem Musikfestival im mittelfränkischen Ansbach einen Sprengsatz und tötete sich damit selbst. 15 Menschen wurden verletzt.

Als Reaktion auf die beiden Attacken und auf den Amoklauf von München kündigte Seehofer einen massiven Personalaufbau bei der bayerischen Polizei an. „Die Aufstockung wird signifikant sein“, sagte er der Zeitung weiter. Die Bevölkerung habe einen Anspruch darauf, dass „alles Menschenmögliche für ihre Sicherheit getan wird“.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat nach den Gewalttaten von Würzburg und Ansbach erneut vor einer Vorverurteilung muslimischer Flüchtlinge gewarnt. „Wir wissen, dass Flüchtlinge weder Heilige noch Sünder sind“, sagte der Minister am Montagabend im ZDF. Man könne aber nicht sagen, dass von ihnen eine besondere hohe Gefahr ausgehe. Er empfehle den Bürgern deshalb, Flüchtlingen freundlich, aufgeschlossen, nicht misstrauend, aber auch nicht naiv gegenüberzutreten. Es gebe zwar Verunsicherung bei den Deutschen. Aber: „Ich kann nicht erkennen, dass unsere deutsche Bevölkerung voller Angst ist“, sagte der CDU-Politiker.

Türkei warnt Putin vor Putsch-Versuch in seiner Nachbarschaft
Türkei warnt Putin vor Putsch-Versuch in seiner Nachbarschaft
Die türkische Regierung hat Russland gewarnt, dass die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen als nächstes in Kirgisien einen Putschversuch gegen die dortige Regierung unternehmen könnte. Kirgisien ist für Russland strategisch wichtig. Die aktuelle Regierung kooperiert mit der Regierung in Russland.
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Der türkische Staatschef Erdogan warnt seinen Amtskollegen Putin vor einem Putsch-Versuch. Nun verbinden sie auch noch die Attentäter von Istanbul. (Foto: dpa)

Der türkische Staatschef Erdogan und sein Amtskollege Putin. (Foto: dpa)

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat am Montagabend gesagt, dass die Organisation des Predigers Fethullah Gülen als nächstes in Kirgisien einen Putsch-Versuch unternehmen könnte, berichtet Haberler. Der kirgisische Präsident Almasbek Atambajew ist ein Kreml-naher und gleichzeitig Erdogan-naher Politiker, der bei der Aussöhnung zwischen Putin und Erdogan die Schlüsselrolle gespielt hat.

In Kirgisien gab es im Zuge der „Farbrevolutionen“ einen Umsturzversuch der Regierung. Wie bei allen anderen „Farbrevolutionen“, erhielten die Anhänger der „Tulpen-Revolution“ in Kirgisien Unterstützung aus den USA. Als Geldgeber fungierten US-Stiftungen und der US-Milliardär George Soros. Der Spiegel hatte bereits im Jahr 2005 von einer regelrechten weltweiten „Revolutions-GmbH“ berichtet.

Der pensionierte US-Oberst Robert Helvey und Mitarbeiter der Defense Intelligence Agency (DIA) und weitere ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter agieren als „Trainer“ von Demonstranten und Aktivisten, berichtet George N. Katsiaficas in seinem Buch „Asia’s Unknown Uprisings“.

Stratfor berichtete im Jahr 2010, dass die versuchte Revolution in Kirgisien ganz offen von westlichen Nichtregierungsorganisationen organisiert und unterstützt wurde, um die pro-russischen Eliten abzusetzen. Doch die sind aktuell erneut an der Macht und auch die Ambitionen der USA und der NATO, die Regierung in Bischkek zu stürzen und sie durch pro-westliche Eliten zu ersetzen, dauern an.

Kirgisien hat Grenzen mit Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und China. Es gibt einen direkten Weg von Kirgisien in die chinesische Region Sincan (Xinjang), wo die uigurische Minderheit lebt. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Uiguren und Sicherheitskräften gekommen. Sincan wurde im Jahr 1948 von China besetzt. Es ist neben Tibet eines der größten Unruheregionen.

Von Kirgisien aus, würden sich in ganz Zentralasien humanitäre oder militärische Operationen durchführen lassen. In dem Land befindet sich ein aktiver russischer Luftwaffenstützpunkt und ein offiziell inaktiver US-amerikanischer Luftwaffenstützpunkt, der beim Afghanistan-Einsatz genutzt wurde.

Eine Geisel bei Überfall auf Kirche in Frankreich getötet
Eine Geisel bei Überfall auf Kirche in Frankreich getötet
Bei einer Geiselnahme in einer Kirche in Nordfrankreich ist eine Geisel offenbar getötet worden. Zu den Hintergründen der Tat herrscht derzeit Unklarheit.
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Frankreichs Präsident Hollande mit Anti-Terror-einheiten. (Foto: dpa)

Frankreichs Präsident Hollande mit Anti-Terror-einheiten. (Foto: dpa)

Bei einer Geiselnahme in einer Kirche in Nordfrankreich ist Polizeiangaben zufolge ein Priester getötet worden. Die Polizei hatte die Geiselnahme am Dienstag beendet und die beiden Täter „neutralisiert“. Zunächst war unklar, ob sie getötet wurden.  Mehrere Medien berichteten, sie seien niedergeschossen worden, berichtet die dpa.

Zwei mit Messern bewaffnete Männer hatten in Saint-Etienne-du-Rouvray in der Normandie vier bis sechs Menschen in ihre Gewalt gebracht. Medienberichten zufolge waren ein Priester, Nonnen und Kirchgänger darunter.

Trump überholt Hillary Clinton erstmals bei Umfrage
Trump überholt Hillary Clinton erstmals bei Umfrage
Donald Trump hat Hillary Clinton erstmals bei einer Umfrage überholt. Interessant: Die Umfrage wurde von CNN durchgeführt, einem eher dem Lager der Demokraten zuzurechnenden TV-Sender.
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Donald Trump überholt Hillary Clinton erstmals in einer Umfrage. (Foto: dpa)

Donald Trump. (Foto: dpa)

Nach dem Nominierungs-Parteitag der Republikaner hat deren Präsidentschaftskandidat Donald Trump in einer Umfrage einen deutlichen Sprung gemacht. Trump lag in einer Befragung für CNN vom Montag bei 48 Prozent Wählerzustimmung, die demokratische Anwärterin Hillary Clinton bei 45 Prozent. Damit legte Trump sechs Prozentpunkte hinzu.

Clinton soll am Dienstag beim Parteitag der Demokraten zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden. Am Donnerstag wird die frühere Außenministerin ihre erste Rede als offizielle Präsidentschaftskandidatin halten. Kurz vor dem Parteitag hatte sie den Senator Tim Kaine als ihren Vizepräsidenschaftskandidaten benannt.

Deutsche Banken-Aufsicht plant strengen Stresstest für Sparkassen
Deutsche Banken-Aufsicht plant strengen Stresstest für Sparkassen
Sparkassen, Volks- und Raffeisenbanken und kleine unabhängige Banken werden demnächst einem strengeren Stresstest unterzogen als die internationalen Großbanken: Sie müssen ein Niedrigzins-Szenario bestehen - was den großen Banken erspart bleibt, allerdings für alle Banken gleichermaßen problematisch ist.
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Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. (Foto: dpa)

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. (Foto: dpa)

Nach dem umfassenden Stresstest für Großbanken in Europa müssen sich auch kleinere deutsche Institute auf einen abgespeckten Belastungstest einstellen. Die Bundesbank will zusammen mit der Finanzaufsicht BaFin eine Niedrigzinsumfrage aus dem Jahr 2015 neu auflegen, erklärte die Bundesbank am Montag. „Wir wollen damit die Widerstandskraft der Banken und Sparkassen im Niedrigzinsumfeld überprüfen“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der Deutschen Presse-Agentur. Die Umfrage zielt vor allem auf die rund 1500 Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie kleinere Privatbanken in Deutschland.

Die Ergebnisse des Stresstests für Großbanken will die Regulierungsbehörde EBA am Freitagabend veröffentlichen. Ein Niedrigzins-Szenario ist dabei jedoch nicht enthalten, was bei vielen Bankern und Experten auf Unverständnis stößt. Die Leitzinsen im Euro-Raum liegen auf einem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem müssen Banken Strafzinsen bezahlen, wenn sie über Nacht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld parken. Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen fällt es vielen Geldhäusern zunehmend schwer, im angestammten Kreditgeschäft auskömmliche Erträge zu erwirtschaften.

Bei ihrem nächsten Belastungstest wollen Bundesbank und BaFin von den Geschäftszahlen der Institute für 2016 ausgehen. Die Ergebnisse der Umfrage sollen im zweiten Halbjahr 2017 veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr waren die Bankenwächter zu dem Schluss gekommen, dass die allermeisten kleinen und mittelgroßen Banken in Deutschland trotz massiver Gewinneinbußen in den nächsten Jahren die niedrigen Zinsen verkraften können. Bei der Prüfung, deren Ergebnisse im vergangenen September veröffentlicht wurden, waren die Institute bis 2019 im Schnitt von einem Gewinnrückgang um 25 Prozent vor Steuern ausgegangen.

Merkel erwägt Nationalgarde für Innere Sicherheit
Merkel erwägt Nationalgarde für Innere Sicherheit
Die Bundesregierung prüft die Errichtung einer neuen militärischen Einheit zum Schutz der inneren Sicherheit: Eine neue Nationalgarde könnte der Regierung für rasche Einsätze zur Verfügung stehen.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel, Juli 2016 in Berlin. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Juli 2016 in Berlin. (Foto: dpa)

Nach den Anschlägen von Ansbach und Würzburg und dem Amoklauf von München gibt es einem Medienbericht zufolge innerhalb der Bundesregierung Überlegungen für ein neues nationales Sicherheitskonzept. Zur Unterstützung der Polizei könnte etwa eine „Reservisten“-Truppe eingesetzt werden, berichtete „Bild“ am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise. Dabei solle es sich um Freiwillige mit militärischer oder polizeilicher Ausbildung handeln. Als Vorbild könnten die Nationalgarde in den USA, der Reservedienst in Frankreich und die Reserve-Armee (Army Reserve) in Großbritannien dienen.

Offenbar will die Bundesregierung auf diesem Weg die Schwierigkeiten überwinden, die sie beim Einsatz der Bundeswehr in Inneren hat. Hier war es innerhalb der Großen Koalition nicht möglich, eine breite Zustimmung zu erreichen.

Welche Aufgaben genau diese Truppe haben soll, ist unklar. Ebenso wie sie rekrutiert und finanziert werden soll. Aktuell hat etwa die Polizei wegen knapper Budgets große Schwierigkeiten, ihren Aufgaben nachzukommen.

Interessant: Eine Schließung und verfassungsmäßige Kontrolle der Grenzen wurde trotz der Anschläge und Vorkommnisse der vergangenen Tage von keiner Partei diskutiert.

Auch die Verstärkung der Bemühungen zur Beendigung des Kriegs in Syrien, aus dem die meisten Söldner kommen, steht offenbar nicht auf der Agenda der Bundesregierung.

Die bayerische Landesregierung will bei ihrer mehrtägigen Klausurtagung, die am Dienstag beginnt, eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen beschließen und auch Forderungen gegenüber der Bundesregierung erheben. In diesem Zusammenhang zeigte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann offen für den umstrittenen Einsatz der Bundeswehr im Innern. In Extremfällen sei dieser auch mit dem Grundgesetz im Einklang. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere ordnete nach der Serie von Attentaten eine verstärkte Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit und etwa mehr Streifen der Bundespolizei an Flughäfen und Bahnhöfen an. Zu möglichen Gesetzesverschärfungen hielt sich der CDU-Minister bedeckt.

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