Irak: Obama droht islamistischen Rebellen mit Militärschlag

Die USA schließen einen Militärschlag gegen die islamistischen Rebellen im Irak nicht aus. Die Amerikaner sind verärgert über die nach ihrer Meinung fehlende Aggressivität der irakischen Streitkräfte. Der Aufbau der Armee war von den Amerikanern für 25 Milliarden Dollar aus US-Steuergeldern mitfinanziert worden.

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Nach dem rasanten Vormarsch von Islamisten im Irak ziehen die USA auch einen Militärschlag in Erwägung. „Ich schließe nichts aus“, sagte Präsident Barack Obama am Donnerstag auf die Frage von Journalisten nach möglichen Luftschlägen. Ein Einsatz von Bodentruppen sei allerdings ausgeschlossen, erklärte das Präsidialamt. Obama sicherte der Regierung in Bagdad Hilfe zu und betonte, Islamisten dürften weder im Irak noch in Syrien dauerhaft Rückhalt gewinnen. Im Irak verliert die Regierung zunehmend die Kontrolle über das Land: Sunnitische Extremisten rückten bis ins Umland von Bagdad vor, kurdische Milizen übernahmen unterdessen die Öl-Stadt Kirkuk.

Zuvor hatte bereits die Türkei über einen Militärschlag beraten, um die 80 Geiseln zu befreien, die die Islamisten in Mosul in ihre Gewalt gebracht hatten (hier). Die Nato hatte am Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung abgehalten (mehr hier).

US-Außenminister John Kerry betonte, Obama sei in der Irak-Frage zu raschen Entscheidungen bereit. Er selbst sei tief besorgt über die jüngsten Entwicklungen. Sein Ministerium erklärte zudem, die irakischen Sicherheitskräfte seien zur Enttäuschung der USA eingeknickt. Die USA waren 2003 in den Irak einmarschiert und hatten ihre Soldaten Ende 2011 wieder abgezogen. Die Ausbildung der irakischen Armee hat die Washingtoner Regierung mit fast 25 Milliarden US-Dollar mitfinanziert.

Obamas Kritiker aus den Reihen der oppositionellen Republikaner werfen dem Präsidenten vor, dass er im Irak nicht den Verbleib eines kleinen Truppenkontingents auch nach 2011 durchsetzen konnte. Nicht zuletzt mit seinem Widerstand gegen den Irak-Krieg hatte Obama die Wahl zu seiner ersten Amtszeit gewonnen. Das Land hat weiter mit Rivalitäten zwischen Anhängern verschiedener Glaubensrichtungen des Islam zu kämpfen.


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