Korruptions-Affäre: Fifa sperrt Franz Beckenbauer

Die Fifa hat Franz Beckenbauer wegen mangelnder Kooperation in der Korruptions-Affäre um Katar gesperrt. Beckenbauer hatte seine Aussage vor Anwalt Garcia in der internen Untersuchung mit der Begründung verweigert, dass schlecht Englisch spreche und kein Jurist sei.

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Die Fifa hat Franz Beckenbauer im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Korruption bei der WM-Vergabe an Russland und Katar vorübergehend für jede Tätigkeit im Fußball gesperrt. 90 Tage lang dürfe der frühere Weltmeister weder international noch national tätig werden, teilte die Ethik-Kommission des Weltfußballverbandes am Freitag in Brasilia mit. Die Sperre sei provisorisch. Die Kommission warf Beckenbauer, der als Spieler 1974 und als Teamchef 1990 Weltmeister wurde, mangelnde Kooperation bei der Aufklärung vor. Trotz wiederholter Aufforderung habe er nicht die vom Fifa-Ermittler Michael Garcia gestellten Fragen beantwortet.

Beckenbauer selbst hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der „Bild“-Zeitung die fehlende Antwort mit Sprachschwierigkeiten begründet. Er sei bereit gewesen, alle relevanten Fragen zu beantworten, sagte er, „nur kamen die in Juristen-Englisch, die ich bei einer so komplizierten Materie nicht vollständig verstanden habe“. Er habe um eine Unterredung in Deutsch gebeten, die aber abgelehnt worden sei. „Ich habe nullkommanull zu verbergen und bin natürlich auch der Meinung, dass es im Falle von Korruptions-Nachweisen für die Verantwortlichen Konsequenzen geben muss.“

Die Ethikkommission geht derzeit Vorwürfen nach, wonach bei den Vergaben der Weltmeisterschaft im Jahr 2018 an Russland und 2022 an Katar Korruption im Spiel war. Garcia will im Juli seine Untersuchungsergebnisse vorlegen.

Beckenbauer war als Exekutivmitglied der Fifa an den umstrittenen Entscheidungen beteiligt. Laut einem Bericht der „Sunday Times“ soll das Fifa-Exekutivmitglied Mohamed Bin Hammam andere Mitglieder des Gremiums bestochen haben, um die Vergabe der WM an sein Heimatland Katar zu erreichen. Bin Hammam wurde wegen Korruption lebenslang von Tätigkeiten im Fußball gesperrt.

Ob er selbst für Katar gestimmt hat, verschweigt Beckenbauer mit Verweis auf das Wahlgeheimnis. Der „Bild“ hatte er gesagt, er habe eine Empfehlung des DFB erhalten. Zudem habe er bereits kurz nach der Abstimmung erklärt, dass er von der Entscheidung für Katar überrascht gewesen sei, zumal es für eine WM im Sommer dort viel zu heiß sei.

Beckenbauer, der früher bei Bayern München spielte, war maßgeblich daran beteiligt, dass die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ausgetragen wurde.

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