Kriegsgfahr im Irak: USA kündigen Entscheidung an

US-Außenminister Kerry teilt mit, dass eine Entscheidung der Amerikaner über das Vorgehen im Irak bevorsteht. Dort eskaliert die Lage offenkundig: Ein einflußreicher Geistlicher hat nach dem Freitagsgebet zum bewaffneten Krieg gegen die Aufständischen aufgerufen. Ein irakischer Hubschrauber feuert Raketen auf eine besetzte Moschee ab.

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Im Irak sind die Kämpfer der radikal-islamische Isil auf dem Vormarsch. Die Regierung rekrutiert Freiwillige. Die USA drohen mit Luftangriffen zur Unterstützung der Regierung. Die Türkei verhandelt über die Freilassung von Geiseln im Nordirak. Der Konflikt drückt auf die internationalen Finanzmärkte und treibt den Ölpreis weiter nach oben. Die Chronologie der Ereignisse.

15.40 Uhr – Ein Hubschrauber der irakischen Armee feuert Raketen auf eine Moschee in der von den Islamisten besetzten Stadt Tikrit ab. Das berichten Augenzeugen und örtliche Behörden.

14.26 Uhr – US-Außenminister John Kerry erklärt in London, dass er von einer „baldigen Entscheidung“ von Präsident Barack Obama über die US-Reaktion auf den Vormarsch der Islamisten ausgeht.

13.56 Uhr – China bietet der irakischen Regierung „jede erdenkliche Hilfe an“. Das sagt eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking, ohne ins Detail zu gehen. Die staatliche chinesische Öl-Gesellschaft CNPC ist an drei Projekten im Irak beteiligt.

13.16 Uhr – In der Provinz Dijala liefern sich Kämpfer der sunnitischen Isil Gefechte mit schiitischen Milizen. Gekämpft werde in dem 90 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Udhaim und in Mukdadija, das 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt liegt, berichten Sicherheitskreise und Vertreter der dortigen Behörden.

12.24 Uhr – Ein Vertreter des einflussreichsten schiitischen Geistlichen im Irak, Großajatollah Ali al-Sistani, ruft bei einem Freitagsgebet in Kerbala dazu auf, das Land mit Waffengewalt gegen Aufständische zu verteidigen.

12.16 Uhr – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mahnt eine rasche Regierungsbildung im Irak an, um die Lage zu stabilisieren. Der Vormarsch der Isil werde sich nur dann stoppen lassen, wenn möglichst schnell Regierung zustande komme, die „über Autorität im eigenen Land verfügt“. Die Islamisten-Gruppe wird von Sunniten gebildet, die in der jetzigen Regierung unterrepräsentiert sind.

12.10 Uhr – Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, erklärt, die Bundesregierung sei in „größter Sorge“. „Wir haben es da unzweifelhaft mit einer sehr ernsten terroristischen Bedrohung zu tun“, erklärt Seibert. Dies werde sich auf die Stabilität der Region auswirken. Die Bundesregierung rufe dazu auf, im Irak eine Regierung unter Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen zu bilden.

11.00 Uhr – Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) nimmt die Notversorgung für rund 42.000 Menschen auf, die aus der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul vertrieben wurden. Als erste Hilfsmaßnahmen wird das WFP 550 Tonnen Nahrungsmittel pro Monat in die Region schicken, teilt die Organisation mit.

10.55 Uhr – Bei den Kämpfen im Irak sind nach Angaben eines UN-Sprechers in den vergangenen Tagen vermutlich Hunderte Menschen getötet worden. Die UN-Menschenrechtsbeauftragte Navi Pillay sei äußerst besorgt über Massenhinrichtungen und die Vertreibung von rund einer halben Million Menschen im Irak, sagt ihr Sprecher.


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