IWF fährt Obama in die Parade: Es gibt keinen Aufschwung in den USA

Der IWF hat überraschend die Prognose für die US-Wirtschaft gesenkt. Es werde langfristig weniger Wachstum geben als erwartet. Die Fed sollte daher ihre Gedanken an höhere Zinsen tunlichst zu den Akten legen und weiter Geld drucken.

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Der IWF hat überraschend die Prognose für die US-Wirtschaft gesenkt. Es werde weniger Wachstum geben, die Fed sollte ihre Gedanken an höhere Zinsen möglichst zu den Akten legen und weiter Geld drucken.

Bloomberg meldet, dass die offiziellen Prognosen der Obama-Regierung offenkundig nicht haltbar sind. Die Fed dürfte durch diese offenherzige Einschätzung von Christine Lagarde unter Druck geraten, mehr Geld zu drucken. Fed-Chefin Janet Yellen hatte erst vor wenigen Monaten angekündigt, die Ära der Niedrig-Zinsen bald zu beenden.

Besonders irritierend für Bond-Holder muss die erneute Korrektur sein, die der iWF vornimmt: Demnach werden die USA in den kommenden Jahren nicht über ein durchschnittliches Wachstum von 2 Prozent hinauskommen – zu wenig, um dem gigantischen Schuldenberg zu entwachsen.

Doch die Lage in USA scheint wesentlich schlechter zu sein als die Fed es gerne hätte.

Die IWF-Prognosen sind allerdings auch oft falsch: In Griechenland waren sie faktisch immer daneben (hier). Erst kürzlich musste sich der IWF in seiner Einschätzung von Großbritannien korrigieren (hier).

Die aktuelle IWF-Prognose für die USA – hier.

Reuters zur aktuellen IWF-Prognose:

Der Internationale Währungsfonds hat wegen des schwachen ersten Quartals seine Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft im laufenden Jahr deutlich gesenkt. Der Fonds rechnet nach seinem am Montag veröffentlichten US-Länderbericht nur noch mit zwei (bisher 2,8) Prozent Steigerung der Wirtschaftsleistung. Inzwischen scheine die Wirtschaft aber wieder in Fahrt zu kommen, so dass das Wachstum 2015 wie im April bereits geschätzt drei Prozent erreichen könnte. Das längerfristige Potenzial schätzt der IWF für die nächsten Jahre auf etwa zwei Prozent Wachstum. Das liegt etwas unter der bisher angesetzten Rate.

Um die vergleichsweise moderate Wachstumsentwicklung in den USA in Gang zu bringen, bedarf es nach Einschätzung des IWF politischer Stimulierung. Zugleich sei aber auch eine glaubwürdige mittelfristige Konsolidierungsstrategie nötig. Sollte es mit der Unterstützung der Finanzpolitik gelingen, dass Wachstum und Beschäftigung in den USA schnell wieder kräftig anspringt, könnte das einen früheren Rückzug aus der außergewöhnlichen expansiven Geldpolitik ermöglichen. Insgesamt rechnen die IWF-Experten damit, dass es noch bis Ende 2017 dauern könnte, bis in den USA wieder Vollbeschäftigung herrscht. Da die Inflation niedrig bleiben werde, könnte der Leitzins noch bis in die zweite Jahreshälfte 2015 hinaus nahe Null gehalten werden, hieß es in dem Bericht.


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