Rheinenergie will MVV-Anteile trotz massiver Wertverluste behalten

Der Kölner Energiekonzern Rheinergie will seine Anteile an der Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft trotz immer schlechterer Zahlen behalten. Seit dem Ankauf der Aktien ist der Wert der MVV bereits um 60 Millionen geschrumpft. Rheinenergie gehört größtenteils den Steuerzahlern.

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Der Kölner Regionalversorger Rheinenergie will seine Beteiligung an dem Mannheimer Energieunternehmen MVV trotz einer erneuten Wertberichtigung gegenwärtig nicht abstoßen. „Wir beabsichtigen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, unmittelbar zu verkaufen“, sagte Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Köln. Er schloss aber nicht aus, dass sich diese Frage später stellen könnte. MVV sei inzwischen eine reine Finanzbeteiligung für Rheinenergie. Wenn es bessere Anlagemöglichkeiten gebe, müsse die Beteiligung überprüft werden.

Die Kölner halten 16,3 Prozent an dem Mannheimer Versorger. Beim Einstieg vor einigen Jahren hatten die Unternehmen noch eine engere Zusammenarbeit angestrebt, zu der es aber letztendlich nicht kam. Die Ergebnisentwicklung von MVV sei unbefriedigend, nennenswerte Kooperationen seien ebenfalls nicht entwickelt worden, erklärte Rheinenergie. Die Kölner setzen inzwischen eher auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Nähe, etwa den Stadtwerken Düsseldorf. 2013 schrieb Rheinenergie rund 53 Millionen Euro auf die MVV-Beteiligung ab. Vor einem Jahren hatten sie bereits eine Wertberichtigung von über 60 Millionen Euro vorgenommen. Über den aktuellen Buchwert des Pakets wollte sich der Vorstand mit Verweis auf die Börsennotierung von MVV nicht äußern.

Rheinenergie ist das größte Stadtwerk in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielten die Kölner bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 157 Millionen Euro. Dies waren 15 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, was unter anderem an den gefallenen Strom-Großhandelspreisen lag. Rheinenergie gehört zu 80 Prozent der Stadt Köln und zu 20 Prozent dem Essener Energiekonzern RWE.

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