Siemens und Mitsubishi bieten 7 Milliarden Euro für Teile von Alstom

Siemens und Mitsubishi wollen Teile von Alstom erwerben und sind dafür bereit, 7 Milliarden Euro auf den Tisch zu legen. Die Bahnsparte bleibt ein Ladenhüter - Siemens will sich keine verlustträchtigen Geschäfte ans Bein binden.

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Siemens und die verbündete Mitsubishi bieten mehr als sieben Milliarden Euro für Teile der Alstom-Energietechnik. Mit diesem nun offiziellen Gebot wollen die Partner den US-Rivalen General Electric aus dem Feld schlagen.

Während Siemens ausschließlich für die Gasturbinensparte der Franzosen bietet und dafür vier Milliarden Euro auf den Tisch legen will, peilen die Japaner eine engere Verflechtung an, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Mitsubishi Heavy Industries (MHI) will sich mit 40 Prozent an der Dampfturbinensparte, mit 20 Prozent an der Netztechnik und mit 20 Prozent an der Wasserkraftsparte der Franzosen beteiligen. Dafür wollen die Japaner 3,1 Milliarden Euro bezahlen. Hinzu kommt eine Einstieg mit zehn Prozent auf der Konzernebene. Die Anteile sollen aus dem Besitz von Alstom-Großaktionär Bouyges stammen und sind nach aktuellem Börsenwert knapp eine Milliarde Euro wert. Siemens-Chef Joe Kaeser warb für den Vorstoß: „Das Angebot ist eine attraktive Konstellation, die es sich lohnt zu prüfen. Das wird der Verwaltungsrat von Alstom auch sicher im Sinne aller Aktionäre tun.“

MHI lockt wie GE mit neuen Arbeitsplätzen in Frankreich, um die französische Politik auf seine Seite zu ziehen. „Die Allianz wird die Schaffung von mehr als 1.000 Stellen in Frankreich ermöglichen“, hieß es. GE hatte sein 12,4 Milliarden Euro schweres Gebot der skeptischen Regierung in Paris ebenfalls mit dem Versprechen von 1000 Jobs versüßt. Die Offerte der Amerikaner für die gesamte Alstom-Energietechnik läuft noch bis 23. Juni.

Siemens hat sich mit der Gasturbinensparte das Filetstück Alstoms ausgesucht. „Das Angebot ist für Siemens weniger komplex, fokussiert und mit deutlich geringeren Risiken verbunden“, erklärte Kaeser. Den Mitarbeitern des Geschäftsfelds in Deutschland und Frankreich stellt der Siemens-Chef eine dreijährige Jobgarantie in Aussicht. Ihren Sitz hat die Sparte in der Schweiz. Sollten die Münchner den Zuschlag bekommen, versprechen sie eine Verlegung der zugehörigen Servicesparte für Europa nach Frankreich. Die Finanzierung sei kein Problem.

Eine Abgabe der Siemens-Bahntechnik an Alstom liegt vorerst auf Eis. Erst nach Abschluss der Energiedeals soll über einen „europäischer Champion“ im Zuggeschäft verhandelt werden. Siemens signalisierte seine Bereitschaft, daran nur eine Minderheit zu halten. Völlig ausgeklammert bleibt das Windturbinengeschäft Alstoms, für das sich weder MHI noch Siemens interessieren.

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