Ukraine und Irak drücken die Kurse an den Börsen

An den Börsen herrscht wegen der Entwicklungen im Irak und in der Ukraine Nervosität. Steigende Energiepreise dürften bald auch den Konsumenten zu schaffen machen.

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Die Krisen im Irak und der Ukraine schicken den DAX seit Tagen auf Talfahrt. (Grafik: www.ariva.de)

Die Krisen im Irak und der Ukraine schicken den DAX seit Tagen auf Talfahrt. (Grafik: www.ariva.de)

Die Krise in der Ukraine und die Furcht vor einem Bürgerkrieg im Irak haben die Anleger zum Wochenanfang in Schach gehalten. Der Dax notierte am frühen Nachmittag mit 9886 Punkten 0,3 Prozent niedriger. Der EuroStoxx50 verlor 0,6 Prozent. Auch für die Wall Street signalisierten die Futures eine schwächeren Wochenstart. Am Ölmarkt verharrte der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent mit 112,60 Dollar je Barrel (159 Liter) in Reichweite seines am Freitag erreichten Neun-Monats-Hochs von 114,69 Dollar. Nach dem Schock der vorigen Woche wollten viele Marktteilnehmer die Lage abwarten, sagte ein Börsianer.

Die USA erwägen, mit dem langjährigen Erzfeind Iran über die Sicherheitslage in dessen Nachbarland Irak zu sprechen und bereiten mit der Entsendung eines Flugzeugträgers einen möglichen Militärschlag vor. Der drohende Bürgerkrieg rechtfertige im zweitwichtigsten Produzentenland der OPEC einen Risikoaufschlag, erklärten die Analysten der Commerzbank. „Folglich sollte der Brentölpreis fürs Erste oberhalb von 110 Dollar je Barrel verharren.“ Auch der Preis für US-Öl WTI zog am Montag leicht an.

„Die gespannte Lage in den Krisenherden Ukraine und Irak sorgen weiterhin für eine gedämpfte Stimmung an den Aktienmärkten“, sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets zur Lage an den Aktienmärkten. Russland hat am Montagmorgen nach ukrainischer Darstellung seine Gaslieferungen an das Nachbarland eingestellt. Die Regierung in Kiew will zwar Transit-Gas für das übrige Europa nicht antasten. Doch zogen die Gaspreise am Montag an, obwohl der staatliche russische Monopolist Gazprom betonte, Westeuropa drohten keine Versorgungsengpässe. Britisches Erdgas verteuerte sich um bis zu 6,8 Prozent, der US-Kontrakt um bis zu 3,1 Prozent. Dies führte auch zu steigenden Strompreisen. Eine Megawattstunde zur Lieferung in einem Jahr kostete mit 34,85 Euro bis zu 0,9 Prozent mehr und damit so viel wie zuletzt im April.

Viele Anleger steuerten „sichere Anlagehäfen“ wie Gold an. Der Preis für eine Feinunze Gold stieg um 0,7 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1284,85 Dollar.

Unter Verkaufsdruck standen RWE, die bis zu 1,8 Prozent auf 29,21 Euro fielen. Das Bundeswirtschaftsministerium will nun doch prüfen, ob durch den geplanten Verkauf der Öl- und Gassparte RWE-Dea an den russischen Milliardär Michail Fridman strategische Interessen Deutschlands verletzt werden.

Im Dax wie auch im EuroStoxx standen wegen des bald anstehenden Stresstests die Finanzwerte unter Druck. Deutsche Bank verloren 1,3 Prozent, Unicredit in Mailand knapp zwei Prozent und Societe Generale 1,8 Prozent. Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny hatte vor einem zu hartem Vorgehen gewarnt. „Der Test wird sehr streng, vielleicht sogar zu streng“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Gegen den Trend legten HeidelbergCement bis zu zwei Prozent zu. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge bereitet der Baustoffkonzern den schon länger geplanten Verkauf des Ziegelgeschäfts vor.

Im MDax sorgte die Aussicht auf die rasche Bildung eines pan-europäischen Pay-TV-Konzerns für einen Run auf die Aktien von Sky Deutschland. Die Titel stiegen um bis zu 4,4 Prozent auf 7,05 Euro. Einem Bericht der „Sunday Times“ zufolge hat der britische Bezahlfernseh-Sender BSkyB die Banken Morgan Stanley und Barclays engagiert, um die Übernahme der Schwesterfirmen Sky Deutschland und Sky Italia zu organisieren. Alle drei Firmen werden von Unternehmen NWSA.O des Medienmoguls Rupert Murdoch kontrolliert.

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