Automarkt in der Krise: Hersteller haken 2014 jetzt schon ab

Der europäische Automarkt verharrt in der Krise. Der VDA erwartet in diesem Jahr keine Besserung mehr. In Europa tun sich vor allem die deutschen Nobel-Hersteller schwer. Hier werden, wenn überhaupt, kleine und billige Autos gekauft.

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In der EU wurden im vergangenen Monat mit rund 1,1 Millionen Pkw zwar 4,5 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr, wie der deutsche Automobilverband VDA am Dienstag mitteilte. Die Zuwachsrate war allerdings die bisher niedrigste in diesem Jahr, obwohl der Mai mehr Verkaufstage hatte als im Vorjahr. „Der Wachstumstrend auf dem europäischen Neuwagenmarkt hat sich im Mai weiter abgeschwächt – und wird in den kommenden Monaten voraussichtlich nicht wieder an Fahrt gewinnen“, sagte Peter Fuß, Experte der Unternehmensberatung EY. Im April hatte der Pkw-Absatz in der EU noch um 4,6 Prozent zugelegt, im März sogar um 10,6 Prozent.

„Der europäische Automarkt befindet sich nach wie vor in einer Krise“, urteilte Fuß. Nach wie vor gebe es erhebliche Überkapazitäten und viele Werke seien nicht ausgelastet. In den ersten fünf Monaten 2014 seien zwar knapp sieben Prozent mehr Autos als im Vorjahr verkauft worden, aber fast 20 Prozent weniger als 2008. Der deutsche Pkw-Markt wuchs im Mai um gut fünf Prozent, der britische um acht Prozent. In Frankreich lagen die Neuzulassungen auf Vorjahresniveau, in Italien gingen sie sogar um vier Prozent zurück. „Von einem einheitlichen Aufwärtstrend ist der europäische Automarkt noch weit entfernt“, kommentierte EY-Experte Fuß. In Russland brach die Nachfrage um mehr als zwölf Prozent ein.

Vor allem kleinere und billigere Autos werden derzeit in Europa nachgefragt – deshalb gewannen auch die französischen und japanischen Autohersteller Marktanteile hinzu, während die deutschen Produzenten leichte Einbußen verzeichneten. Besonders die Luxuswagen-Hersteller Daimler und BMW büßten Marktanteile in Europa ein. Dafür sind diese Konzerne außerhalb Europas – etwa in den USA oder China – erfolgreich. Diese Märkte zeigen auch ein deutlich dynamischeres Wachstum als Europa: Im Mai wuchs der US-Markt für Pkw und Pickups um elf Prozent auf 1,6 Millionen Fahrzeuge – die höchste Verkaufszahl in einem Monat seit knapp neun Jahren. In China wuchs der Markt um gut 16 Prozent auf 1,5 Millionen Neuwagen.

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