Irak-Krise: Ölpreis-Entwicklung verunsichert die Märkte in Asien

Die Börsen in Ostasien sind angesichts der Irak-Krise im Abwärtstrend. Investoren treibt die Sorge eines Anstiegs des Ölpreises um. Die Aktienindizes in Europa und Amerika zeigen dagegen noch keine Wirkung. Doch ein Schock in Asien hätte auch Folgen für den Westen.

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Der Irak ist der zweitgrößte Öl-Produzent der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). (Screenshot via Youtube)

Der Irak ist der zweitgrößte Öl-Produzent der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). (Screenshot via Youtube)

Die zunehmende Gewalt im Irak hat am Dienstag die Anleger in Europa und in den USA nicht verschreckt. Der Dax schloß den Tag mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 9920,32 Punkten ab. Das Tageshoch betrug 9983 und das Tagestief 9861 Punkte. Der EuroStoxx50 legte ebenfalls 0,4 Prozent zu und schloss den Tag bei 3.274,07 Punkten ab. Die Investoren erwarten offenbar, dass die EZB-Geldschwemme noch für einige Zeit gute Geschäfte garantiert.

Der österreichische ATX legte um rund 0,1 Prozent zu und notierte 2.561,89 Punkte. Der US-Leitindex Dow Jones liegt stabil bei 16.784,21 Punkten. Es gab weder Zugewinne noch Verluste. Der Nasdaq konnte 0,3 Prozent dazu gewinnen und schloss den Tag bei 4.333,06 Punkten ab. Auch der Aktienindes S&P 500 verzeichnete einen Gewinn in Höhe von 0,1 Prozent und notierte 1.938,78 Punkte.

An den asiatischen Börsen sieht die aktuelle Situation anders aus. Nach dem Vormarsch islamistischer Extremisten fürchten Investoren insbesondere steigende Ölpreise. „Das Vorrücken der Extremisten nach Bagdad oder Bombenangriffe der US-Streitkräfte werden die US-Ölpreise über 110 Dollar treiben. Das wäre in naher Zukunft eine Belastung für die Weltwirtschaft“, sagte Chefstratege Daisuke Uno von Sumitomo Mitsui Banking. Auch der Gas-Streit zwischen der Ukraine und Russland ließ die Anleger vorsichtiger agieren.

Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan gab um 0,3 Prozent nach und entfernte sich damit weiter von dem vorige Woche erreichten Drei-Jahres-Hoch. Der Markt in Shanghai gab rund ein Prozent nach, die Kurse in Singapur lagen 0,6 Prozent im Minus. Gegen den Trend legte in Tokio der Nikkei um rund 0,3 Prozent auf 14.975 Punkte zu. Damit erholte sich der japanische Aktienmarkt wieder etwas von seinen Kursverlusten zu Wochenbeginn. Doch auch in Japan hielten sich viele Anleger angesichts der Krisen im Irak und in der Ukraine zurück. „Es ist fast so, als ob der Markt den Atem anhält“, sagte Stefan Worrall von Credit Suisse.

Der US-Ölpreis gab nach dem Höhenflug der vergangenen Tage 0,3 Prozent nach auf 106,62 Dollar je Barrel.

Doch die Islamisten im Irak wollen nicht abrücken von ihrem Kriegs-Kurs. Nach der Eroberung der irakischen Stadt Mossul, haben es die radikalen Islamisten der Organisation „Islamische Staat im Irak und der Levante“ (ISIL) auf Kirkuk abgesehen. Aktuell haben noch die kurdischen Peschmerga-Kämpfer die Oberhand. Kirkuk ist einer der wichtigsten Städte des Irak. Dort werden pro Tag eine Million Barrel Erdöl gefördert. Das macht etwa die Hälfte des täglichen irakischen Ölexports aus.

Zudem Kirkuk es einer der wichtigsten Einnahmequellen der kurdischen Autonomieregierung. Die hat die Stadt mit Befestigungsanlagen ausstatten lassen. „Niemand kann unsere Befestigungsanlage überwinden (…) ISIL ist schon mehrere Male gescheitert“, zitiert Die Presse den kurdischen General Fateh.

Doch sollte der Irak vollständig in einen Konfessions-Krieg schlittern, so hätten es die Kurden nicht nur mit ISIL zu tun. Dann müssten sie sich sowohl gegen die arabischen Schiiten als auch gegen die arabischen Sunniten zur Wehr setzen (mehr hier). Der Kampf um die Vorherrschaft im Irak ist in vollem Gange.

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