Das Foto, das den Zorn der Brasilianer auf die Fußball-WM entfacht hat

Der reiche Fifa-Fußball in einem armen Land: Der Fotograf Edimar Soares hat während des Confederations Cup Spiels Brasilien - Mexiko in der WM-Stadt Fortaleza beobachtet, wie die zwei Welten aufeinanderprallen. Er sagt heute: Es hat sich nichts geändert.

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Fußball-Fans werfen neben dem neuen WM-Stadion ihren Müll weg, eine Brasilianerin sammelt ihn wieder ein. (Foto: Edimar Soares / O Povo)

Fußball-Fans werfen neben dem neuen WM-Stadion ihren Müll weg, eine Brasilianerin sammelt ihn wieder ein. (Foto: Edimar Soares / O Povo)

Die Fotos entstanden am 19. Juni 2013 während des Confederations Cup Spiels Brasilien – Mexiko in der WM-Stadt Fortaleza.

Foto: Edimar Soares / O Povo

Foto: Edimar Soares / O Povo

Sie zeigen, wie Fußball-Fans Müll in einen Container werfen, wo sich auch eine Frau befindet, die in dem selben Container, nach recyclebarem Material sucht. Das Alles im unmittelbaren Umfeld des neuen WM-Stadions „Arena Castelão“, dessen Renovierung an die 300 Millionen Euro gekostet haben soll!.

Foto: Edimar Soares / O Povo

Foto: Edimar Soares / O Povo

„Dieses Foto steht heute noch sinnbildlich für die himmelschreiende Ungerechtigkeit in diesem Land, das sich mit vielen Milliarden an Staatsgeldern in den Dienst einer undurchsichtigen Organisation namens Fifa und ihrer kommerziellen Interessen gestellt hat, aber es nicht schafft, seinen Einwohnern Häuser, Schulen und Krankenhäuser in ausreichender Zahl und Qualität zur Verfügung zu stellen“, sagt der Fotograf Edimar Soares heute.

Foto: Edimar Soares / O Povo

Foto: Edimar Soares / O Povo

Seine Foto-Story verbreitete sich über das ganze Land. Edimar Soares erntete dafür viel Lob, aber auch viel Kritik: „Viele Leute, auch Offizielle, sagten, ich sollte aufhören, die Stadt und das Land in den Dreck zu ziehen. Solche Bilder seien nicht gut für den Fremdenverkehr.“ Ein Jahr später, sagt Edimar, hat sich zwar nichts verändert, weder in Fortaleza, noch in Brasilien insgesamt. Aber immerhin: Die Menschen seien sich der Probleme bewusster geworden und seien jetzt bereiter, gegen die Missstände auf die Straße zu gehen.

Wir danken Edimar für die Genehmigung des Abdrucks seiner Fotos.

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Das andere WM-Tagebuch:

Teil 1: Die Revolution hat in Brasilien Feuer gefangen

Teil 2: Brasilien: Künstler protestieren gegen die Fußball-WM

Teil 3: Brasilien: Von der Fußball-WM profitieren Konzerne, Politiker und Banken

Teil 4: Weltmeister: Deutsche Waffen-Industrie verdient prächtig mit der Fußball-WM

Teil 5: Brasilien: Staudamm-Bau mit Methoden einer Militär-Diktatur

Teil 6: Wer ist die rätselhafte Dilma Rouseff?

Teil 7: Brasilien: Straßenkinder passen nicht ins Bild der WM – und verschwinden

Teil 8: Der ganz andere WM-Song:  „Öffnet eure Augen, Brüder / die FIFA greift in unsere Taschen“

Teil 9: Brasilien: Fifa unterstützt Projekte gegen Kinderprostitution nicht

Teil 10: Lage in São Paulo eskaliert: Polzei knüppelt streikende U-Bahn-Fahrer nieder

Teil 11: Der Schwarze Block will marschieren: „20 Prozent der Brasilianer sind gegen die WM“

Teil 12: Korruption bei der Fifa: „Wer einmal die Hand aufhält, versucht es auch ein zweites Mal“

Teil 13: Brasilianischer Fußball: Der lange Weg zur Vielfalt der Kulturen

Teil 14: Fußball: „Für die Brasilianer ist die Fifa so böse wie der IWF“

Teil 15: Schriftsteller Zé do Rock: „Sepp Blatter wäre der ideale Präsident für Brasilien“

Teil 16: „Die Demonstranten haben das Image von Brasilien verändert.“


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