Der Fluch der EZB-Billionen: Die Schulden der privaten Haushalte explodieren

Die Rating-Agentur Standard & Poors ist alarmiert über das hohe Niveau der Verschuldung in der Eurozone. Trotz der Billionen, die die EZB in die Märkte gepumpt hat, sind die Schulden in den privaten Haushalten und in den Unternehmen explodiert.

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Zwar sind auch die Haushalte und Unternehmen in Italien, Griechenland und Frankreich hoch verschuldet, am schlimmsten sieht es allerdings in Irland, Portugal und Spanien aus. Gegen Ende 2013 betrugen die Schulden des privaten Sektors in Spanien 185% des BIPs, in Portugal 220% des BIPs und in Irland sage und schreibe 292% des BIPs. Zum Vergleich: Haushalte und Unternehmen in Deutschland erreichten gerade eine Verschuldung von 115%.

Dabei waren die privaten Schulden zu Beginn der Euro-Währungsunion 1999 in den Peripherieländern sehr viel geringer. In Spanien betrugen sie damals 99% des BIPs und in Portugal 146%. Ähnlich in Irland, dessen private Verschuldung 2002 erst 168% des BIPs erreichte.

Der Euro aber brachte den späteren Krisenländern niedrige Zinsen. Und dass durch den Euro kein Wechselkursrisiko mehr bestand, animierte den Kapitalfluss aus den Kernländern der Eurozone, also hauptsächlich aus Deutschland, in die Peripherieländer. Spanier, Portugiesen und Iren nutzen das. Ihre Verschuldungsraten stiegen seit 1999 schnell und kontinuierlich an. Das Schuldenniveau der Deutschen ist dagegen heute nur unwesentlich höher als 1999.

Der Höchststand wurde allerdings in Spanien bereits 2010 mit 214% des BIPs erreicht, in Irland 2011 mit 311% und in Portugal 2012 mit 227%. Finanz- und Eurokrise ließen seitdem die Kapitalquellen versiegen und die Kreditzinsen steigen. Schuldenabbau wurde nun zur Notwendigkeit. Doch der ist mühselig und geschieht nur langsam. Immerhin konnten die irischen Haushalte bereits 33% ihrer seit 2002 aufgebauten Schulden wieder abbauen. Der Unternehmenssektor Portugals hat dagegen erst 6,7% seiner seit 1999 aufgebauten Schulden wieder reduziert.

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