In China platzt die Blase: Immobilien-Preise beginnen zu fallen

Auf dem chinesischen Immobilien-Markt steigt die Sorge vor einem Crash: Zum ersten Mal seit zwei Jahren fallen die Preise für Wohneigentum. Beobachter fürchten globale Schockwellen, wenn die Blase platzt.

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Crash-Gefahr auf dem chinesischen Immobilienmarkt: Die Preise für Wohneigentum fielen im Mai zum ersten Mal seit zwei Jahren. Sie gaben um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Peking mit. Grund dafür seien viele unverkaufte Wohnungen und Preisnachlässe durch Projektentwickler, sagte Liu Jianwei von der Statistikbehörde. Kaufinteressenten hielten sich zudem wegen der ungewissen Marktentwicklung derzeit zurück.

„Die Gefahr eines anhaltenden und schärferen Abschwungs am Wohnungsmarkt ist jetzt das größte Risiko, das der chinesischen Wirtschaft 2014 und 2015 droht“, sagte UBS-Ökonom Wang Tao. Der Immobiliensektor trägt mit etwa 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beeinflusst 40 andere Branchen direkt.

Die Preise für neue Wohnungen gaben in 35 der 70 untersuchten Städte nach, darunter auch in den Metropolen Shanghai und Shenzen. Im April war das nur in acht Städten der Fall gewesen. Im Schnitt lagen die Preise aber noch um 5,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Immobilienverband rechnet nicht mit einem Einbruch. „Die Nachfrage bleibt robust, denn die meisten Chinesen sehen den Häuserkauf als eine der besten Investitionen an“, sagte der stellvertretende Generalsekretär He Qi.

In China droht seit längerem die Pleite von großen Immobilienfirmen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass Zhejiang Xingrun Real Estate wegen der hohen Verschuldung von umgerechnet 407 Millionen Euro in Schwierigkeiten geraten war.

Das Unternehmen habe sich sowohl bei Banken als auch bei Einzelpersonen Geld geliehen. Letzteres sei jedoch illegal, und deswegen seien der Eigentümer und sein Sohn inzwischen verhaftet worden. Manager des Immobilienentwicklers verhandelten derzeit mit Banken über eine Lösung. Bei dem Unternehmen war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Investoren achten derzeit aber besonders genau auf die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, nachdem Anfang März erstmals eine Unternehmensanleihe geplatzt war (mehr hier).

Im Februar fiel der Preisanstieg in den 70 größten Städten nach Reuters-Berechnungen zum zweiten Mal in Folge geringer aus. Die Regierung in Peking verschärfte zuletzt die Regeln für Immobilienkäufer drastisch, um eine Preisblase zu verhindern.

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