Nach Kritik aus Frankreich: Siemens legt bei Alstom-Angebot nach

Der monatelange Kampf um die französische Industrie-Ikone Alstom geht in eine neue Runde. Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) stocken ihr Angebot für Alstom auf. Alstom-Chef Kron hatte das erste Siemens-Angebot ins Reich der Träume verwiesen.

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Siemens bessert seine Alstom-Offerte nach: Im Ergebnis soll sich der Bar-Anteil der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro erhöhen. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steige um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro. Das teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit.

Siemens reagiert damit auf die Kritik aus Frankreich. Alstom -Chef Patrick Kron hatte bei seiner Ablehnung des Siemens-Angebots klare Worte gefunden: „Sie wollen unser Gasgeschäft, und wir sollen ihr Transportgeschäft übernehmen, nun ja, sie dürfen träumen“, sagte Kron einer Investorenkonferenz, wie die Analysten der französischen Bank Exane BNP Paribas in einem Marktkommentar am Donnerstag schreiben. Der US-Konzern General Electric besserte seine mit Siemens rivalisierende Offerte auf und kam dabei Bedenken der französischen Regierung entgegen. Siemens bekräftigte dagegen, man halte das gemeinsam mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) abgegebene Angebot nach wie vor für das bessere.

GE schlägt nun in Absprache mit dem Alstom-Management mehrere Joint-Ventures und „Allianzen“ vor – die Regierung in Paris hatte sich für ein Bündnis und gegen die bislang von GE geplante reine Übernahme der Energietechnik ausgesprochen. Trotz der Umstrukturierung des Angebots hielt GE an seiner bisherigen Gesamtbewertung von Alstom in Höhe von 12,4 Milliarden Euro fest. Die in der Sache entscheidenden Vertreter der französischen Regierung wollten noch am Abend zusammenkommen, um über die rivalisierenden Offerten zu reden.

Der US-Konzern General Electric hatte am Vortag sein Angebot verbessert und kam dabei Bedenken der französischen Regierung entgegen. Der Verwaltungsrat von Alstom wird sich spätestens am 23. Juni treffen, um über die Angebote von GE und Siemens/MHI zu beraten.

„Das präzisierte Angebot zielt weiterhin darauf ab, Alstom in seiner gegenwärtigen Form in fast allen Geschäftsfeldern zu erhalten und als Industrieunternehmen nachhaltig zu stärken“, erklärten Siemens und MHI. Darüber hinaus könne Alstom damit seine finanzielle Struktur verbessern und als französischer, börsennotierter Großkonzern mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro erhalten bleiben. Mit den zusätzlichen 1.000 neuen durch MHI geschaffenen Stellen und weiteren 1.000 Ausbildungsplätzen von Siemens für französische Jugendliche schaffe das Angebot zusätzliche Arbeitsplätze in Frankreich.

An dem Alstom-Energiegeschäft ist Siemens-Chef Joe Kaeser seit längerem interessiert, doch Alstom-Boss Patrick Kron hatte ihm erst in dieser Woche wieder die kalte Schulter gezeigt (mehr hier). Siemens wollte sich für 3,9 Milliarden nur Alstoms Gaskraftwerkssparte sichern. Die Führung des französischen Konzerns sieht darin den Versuch einer Zerschlagung (mehr hier).

Über die vorgeschlagene Absichtserklärung bezüglich des Eisenbahngeschäfts hinaus bietet der Münchner Konzern nun an, umgehend in ein Joint Venture für Mobilitätsmanagement inklusive der Signaltechnik zwischen Alstom und Siemens einzusteigen.

MHI will einen Anteil von 40 Prozent am kombinierten Dampf-, Energienetz und Wasserkraftgeschäft erwerben. Dies werde die Implementierung der Transaktion erheblich vereinfachen, da die Investition nun über eine einzelne Holding erfolgen könne – im Gegensatz zu den drei Gemeinschaftsunternehmen wie im Angebot vom 16. Juni vorgestellt. Dementsprechend würde die Bar-Abgeltung von MHI um 800 Millionen Euro von 3,1 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro steigen, während die Bewertung der entsprechenden Alstom-Geschäfte unverändert bleibe.

Die neue Offerte der deutsch-japanischen Allianz kommt ein Tag nach einer Charmeoffensive von GE: Die Amerikaner schlagen in Absprache mit dem Alstom-Management mehrere Joint-Ventures und Allianzen vor – die Regierung in Paris hatte sich für ein Bündnis und gegen die bislang von den Amerikanern geplante reine Übernahme der Energietechnik ausgesprochen. Trotz der Umstrukturierung des Angebots hielt GE an seiner bisherigen Gesamtbewertung von Alstom in Höhe von 12,4 Milliarden Euro fest.

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