Ex-Außenminister Guido Westerwelle an Leukämie erkrankt

Der frühere Außenminister Guido Westerwelle ist an Leukämie erkrankt und befindet sich in Behandlung. Das politische Berlin reagierte schockiert über die Nachricht. Ungeachtet der Kritik an seiner Politik ist Westwelle bei allen Fraktionen als Persönlichkeit gleichermaßen anerkannt.

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Der frühere Außenminister Guido Westerwelle ist schwer erkrankt. Der langjährige FDP-Vorsitzende befinde sich wegen einer akuten Leukämie in medizinischer Behandlung, teilte sein Büroleiter am Freitag auf Westerwelles Facebook-Seite mit. Ziel sei eine „vollständige gesundheitliche Genesung“ des 52-Jährigen. Weitere Auskünfte könnten nicht erteilt werden. Westerwelle war von 2009 bis Ende vergangenen Jahres Außenminister der schwarz-gelben Bundesregierung.

Bei einer akuten Leukämie – auch als Blutkrebs bezeichnet – handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der sich die Zahl der weißen Blutkörperchen unkontrolliert erhöht.

Selbst langjährige Wegbegleiter zeigten sich von der Nachricht über die Erkrankung überrascht und schockiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte: „Ich kenne Guido Westerwelle seit langen Jahren als einen großen Kämpfer. Jetzt in dieser für ihn so schwierigen Zeit wünsche ich ihm alle Kraft und Zuversicht, um wieder gesund zu werden. Meine Gedanken sind bei ihm.“ Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und Westerwelles Amtsnachfolger Frank-Walter Steinmeier äußerten sich bestürzt und wünschten ihm baldige vollständige Genesung.

Anfang Juni war der Rheinländer in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ aufgetreten, wo sich er sich mit Drei-Tage-Bart und bester Laune zeigte. „Mir geht’s gut“, sagte Westerwelle damals auf Nachfrage des Moderators.

Westerwelle führte die FDP bis zum Jahr 2011 zehn Jahre lang als Bundesvorsitzender. Zuvor war er von 1994 bis 2001 Generalsekretär. Unter seiner Führung errangen die Liberalen bei der Bundestagswahl im Herbst 2009 mit 14,6 Prozent ihr bestes Ergebnis. Der drastische Absturz in den Umfragen und das schlechte Abschneiden bei mehreren Landtagswahlen führten jedoch dazu, dass schon bald die Kritik an Westerwelle wuchs. Im Mai 2011 wurde er schließlich vom Vorsitz verdrängt und durch Philipp Rösler abgelöst. Ihm übergab Westerwelle auch das Amt des Vizekanzlers. Doch Rösler konnte den Niedergang nicht stoppen, und die FDP verpasste den Wiedereinzug in den Bundestag.

Nach Ende seiner Amtszeit als Minister gründete der FDP-Politiker die „Stiftung für internationale Verständigung“ – die „Westerwelle Foundation“ – mit Sitz in Berlin

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