Rentenreform: Sozialbeiträge werden drastisch steigen

Die deutschen Bürger müssen bereits ab 2015 mit einem zusätzlichen Griff in ihr Portemonnaie rechnen. Die Sozialbeiträge gehen dauerhaft nach oben. Die Kassen leiden unter zusätzlichen Milliardenlasten, aufgebürdet durch Maßnahmen wie unter anderem die Rentenreform.

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Führende Wirtschaftsexperten warnen vor dauerhaft steigenden Sozialbeiträgen: In „Bild“ erklärte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, nach mehreren Jahren mit stabilen und sinkenden Beitragssätzen werde es ab 2015 dauerhaft nach oben gehen. „Die Sozialbeiträge werden nicht mehr stabil bleiben oder sinken, sondern steigen – die Frage ist nur, wie schnell und wie stark“, sagte Fuest.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sprach ebenfalls von einem Wendepunkt. Die Beiträge würden zusammen genommen in den nächsten Jahren deutlich über die bisherige Zielmarke von 40 Prozent steigen. „Das hat auch die Politik mit zu verantworten, die zum Beispiel mit der Rentenreform und der Pflegereform den Sozialkassen zusätzliche Milliardenlasten aufbürdet“, sagte Fratzscher.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat in den ersten drei Monaten erstmals seit Jahren wieder ein Defizit eingefahren. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, lagen die Ausgaben um 270 Millionen Euro über den Einnahmen. Laut Ressortchef Hermann Gröhe ist das Minus vor allem auf Prämien zurückzuführen, die die Kassen an ihre Mitglieder ausgezahlt haben. Die Kassen rüsten sich gleichwohl für schwerere Zeiten (mehr hier).

Die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, machte am Mittwoch bereits deutlich, dass die Kassen wegen diverser Risiken bei der Festsetzung ihres Beitragssatzes für das kommende Jahr eher vorsichtig kalkulieren werden. Im Schnitt werde es daher für die Versicherten im Zuge der jüngst beschlossenen Finanzreform 2015 nicht wie von der Regierung in Aussicht gestellt billiger werden, sondern die Belastung eher auf dem jetzigen Niveau liegen.


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