Zoll beschlagnahmt Container mit Informationen von Steuer-Hinterziehern

Im Hamburger Hafen wurden umfangreiche Bank-Unterlagen beschlagnahmt, die Informationen über mutmaßliche Steuerhinterzieher enthalten sollen. Der Zugriff steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen.

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Der deutsche Zoll hat im Hamburger Hafen Medienberichten zufolge umfangreiche Bank-Unterlagen sichergestellt, die Informationen über Konten mutmaßlicher Steuerhinterzieher enthalten könnten. Es seien zwei Container mit mehr als 1000 Kartons mit Daten beschlagnahmt worden, die zum Teil von den Cayman Islands stammten, berichtete die „Welt am Sonntag“ vorab. Danach handelt es sich um Dokumente der Filiale der Schweizer Bank Coutts auf der Karibik-Insel südlich von Kuba.

Eine Sprecherin der Bank bestätigte der Zeitung indirekt die Beschlagnahmung. Derzeit würden Unterlagen von den Cayman Islands in das Dateieinlagerungszentrum der Bank verlegt. Das Institut arbeite „konstruktiv und eng mit den Behörden zusammen, um eine Lösung zu finden und die Unterlagen wieder auf ihren Weg zu bringen“, sagte die Sprecherin.

Das Bundesfinanzministerium, dem der Zoll untersteht, erklärte der Zeitung: „Der Vorgang befindet sich in einem engen Zusammenhang mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren, das durch die Dienststellen der Steuerfahndung des Landes NRW im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geführt wird.“ Die Staatsanwaltschaft und die Steuerfahndung in Düsseldorf hätten mit der Auswertung der Ende Mai konfiszierten Unterlagen begonnen, berichtete die „Welt am Sonntag“ weiter.

Auch das Magazin „Focus“ berichtete über den Vorfall.

Für die Steuerfahnder ist Coutts – eine Tochter der Royal Bank of Scotland – nicht unbekannt: Bereits 2012 ermittelten sie nach dem Kauf einer „Steuer-CD“ mit Daten deutscher Kunden Schweizer Banken gegen Coutts.

Mehr zum Hintergrund der verschärften Jagd auf Steuerflüchtlinge – und zum neuen Codewort „Steuersünder“ – hier.

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