Nach Bank-Run: Bulgarien rettet Corpbank, Russen und Oman verlieren Einlagen

Die bulgarische Regierung will nach einem Bank-Run die Pleite-Bank Corpbank retten. Die Anteile der bisherigen Gläubiger werden wertlos. Damit dürfte das bulgarische Haushalts-Defizit steigen.

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In Bulgarien will der Staat die viertgrößte Bank des Landes vor der Pleite retten. Die Zentralbank in Sofia erklärte am Sonntag, die Regierung stehe bereit, um die strauchelnde Corpbank finanziell zu stützen. Im Gegenzug würden die Anteile der bisherigen Eigentümer gemäß den Gesetzen wertlos.

Die Corpbank hatte der Zentralbank am Freitag mitgeteilt, dass sie alle Zahlungen und Bankaktivitäten aufgrund eines Liquiditätsengpasses einstellen musste. Vor dem Hauptsitz der Corpbank in der Hauptstadt Sofia warteten viele Sparer, die ihr Geld abheben wollten. Die Zentralbank übernahm noch am Freitag vorübergehend die Kontrolle über das Institut und erklärte, die Corpbank sei nicht pleite und die Einlagen der Kunden seien garantiert (mehr dazu hier).

Nach Angaben der Zentralbank vom Sonntag soll binnen zehn Tagen von unabhängigen Prüfern ermittelt werden, welche Vermögenswerte und welche Verbindlichkeiten die Corpbank hat. Das Institut soll nach Angaben der Zentralbank am 21. Juli wieder öffnen.

An der börsennotierten Corpbank hält der bulgarische Geschäftsmann Zwetan Wassilew etwas mehr als die Hälfte der Anteile, der Staatsfonds von Oman rund 30 Prozent und die russischen VTB Asset Management etwa zehn Prozent.

Im Mai hatte die Corpbank die Genehmigung von der Zentralbank erhalten, die bulgarische Sparte der französischen Großbank Credit Agricole zu übernehmen.

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