Immo-Blase: EZB warnt vor den Folgen der niedrigen Zinsen

EZB-Vizepräsident Vitor Constancio hat am Montag vor den Folgen der Politik seines eigenen Hauses gewarnt: Das billige Geld treibe die Anleger in Immobilien, wodurch eine Überhitzung in Europa drohe. Constancio ist der erste EZB-Banker, der diesen Zusammenhang öffentlich einräumt.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt vor einer Überhitzung der Immobilienmärkte in Europa. „Unsere Analysen und die es Internationalen Währungsfonds deuten darauf hin, dass es in einigen speziellen Immobilienmärkten Anzeichen für eine Überhitzung geben könnte“, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Montag in Frankfurt. Ein Grund dafür dürften nach Einschätzung des Portugiesen auch die niedrigen Zinsen der Notenbank selbst sein, die die Jagd der Investoren nach Rendite forciert hätten. Die EZB hatte ihren Leitzins Anfang des Monats auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt und erhebt erstmals Strafzinsen von Banken, die Geld lieber bei ihr horten als es an Unternehmen und Haushalte zu verleihen.

Bereits vergangene Woche hatte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret in einem Reuters-Interview vor Überhitzungen an den Immobilienmärkten gewarnt. Die deutlichen Preissteigerungen, die bislang nur auf Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart beschränkt waren, seien mittlerweile auch in mittelgroßen Städten zu beobachten. Dort seien die Märkte für Häuser und Wohnungen bereits um zehn bis 20 Prozent überbewertet, in den Ballungsräumen um bis zu 25 Prozent (mehr dazu hier).

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