Gefahr für den Dollar: Zentralbanken steigen aus US-Schuld-Titeln aus

Weltweit wollen die Zentralbanken ihre langfristigen Beteiligungen an US-Staatsanleihen loswerden und ihr Geld lieber kurzfristig in Aktien mit besseren Zinsen investieren. Auslöser ist die Ankündigung der US-Fed, ab Herbst die Zinsen zu erhöhen und keine US-Anleihen mehr zu kaufen. Der Plan ist hochriskant, denn die Vermögensverschiebung wirkt sich auch auf den Dollar aus und kann weltweit zu Turbulenzen führen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Zentralbanken bereiten sich weltweit auf steigende Zinsen vor und wollen weniger US-Staatsanleihen kaufen. Stattdessen investieren sie in risiko- und damit ertragreichere Papiere wie Stammaktien. Auslöser ist die Ankündigung der Federal Reserve Bank, diesen Herbst die Zinsen zu erhöhen und aus dem US-Anleihenkauf auszusteigen. Damit würden US-Anleihen aufgrund geringerer Nachfrage an Wert verlieren. Das treibt die übrigen Zentralbanken dazu, ihre US-Anleihen ebenfalls loszuwerden oder zumindest die Laufzeiten zu verkürzen, um drohende Verluste abzufedern.

Wie die FT berichtet, bereitet sich die Mehrheit der Zentralbanken durch mehr Risiko-Investments auf eine bevorstehende striktere Geldpolitik vor. Die Fed hatte jahrelang biliges Geld gedruckt und einen Großteil der US-Anleihen selbst gekauft und so die Preise hoch und die Zinsen niedrig gehalten. Jetzt will die Bank zu einem normalen Zinsniveau zurückkehren. Für die übrigen Staatsbanken bedeuted das, ihre Portfolios entsprechend anzupassen. Sie stoßen die langfristigen US-Staatsanleihen ab und kaufen dafür kurzfristige Investments mit höherer Rendite – und höherem Risiko. Die Aussicht auf steigende Zinsen treibt die Staatsbanken dazu, jegliche Zurückhaltung aufzugeben und wie private Akteure auf dem Aktienmarkt zu spekulieren. (Mehr dazu hier).

Das führt zu große Veränderungen in den Vermögensanteilen der Zentralbanken weltweit. Die US-Staatsanleihen sind eng an den Dollar-Kurs gekoppelt. Das Risiko von Turbulenzen auf dem Dollar-Markt ist enorm, denn laut IWF sind 62 Prozent der Investitionen der Zentralbanken in Dollar angelegt.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick