Russland schottet Staats-Unternehmen von ausländischen Banken ab

Russische Staatsunternehmen und strategisch wichtige Unternehmen soll es künftig verboten werden, Konten bei ausländischen Banken zu unterhalten. Die Russen reagieren damit auf die neuen amerikanischen Sanktions-Drohungen und auf den jüngsten Bank-Run in Bulgarien.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Russische Staatsunternehmen und wichtige Privatfirmen sollen einem Zeitungsbericht zufolge künftig keine Konten bei ausländischen Banken mehr unterhalten dürfen. Das Finanzministerium bereite eine entsprechende Gesetzesänderung vor, berichtete „Kommersant“ am Dienstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Das Ministerium wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Dem Blatt zufolge sollen Staatsfirmen nur noch Konten bei einheimischen Banken in Staatsbesitz halten dürfen. Auch bei privaten russischen Banken soll dies möglich sein, sofern diese über ein Kapital von mindestens 16,5 Milliarden Rubel (umgerechnet 355 Millionen Euro) verfügen. Die Vorschriften sollen demnach vor allem für private Unternehmen gelten, die für Rüstung und Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Betroffen wären Rohstoff- und Telekom-Unternehmen, aber auch Einzelhandelsketten, berichtete die Zeitung.

Diese Maßnahme wird als Reaktion auf den Bank-Run in Bulgarien gedeutet, bei der die russische VTB Asset Management Gefahr läuft, ihre gesamten Einlagen zu verlieren.

Die Corpbank musste am Freitag alle Zahlungen und Bankaktivitäten aufgrund eines Liquiditätsengpasses einstellen. Die bulgarische Zentralbank sprang als Retter ein (hier). Die Bank wird verstaatlicht (hier). Private Shareholder sollen alle Einlagen verlieren.

An der börsennotierten Corpbank hält der bulgarische Geschäftsmann Zwetan Wassilew etwas mehr als die Hälfte der Anteile, der Staatsfonds von Oman rund 30 Prozent und die russischen VTB Asset Management etwa zehn Prozent.

Die Maßnahme ist allerdings auch eine Reaktion auf die Ankündigung der Amerikaner, die den Russen mit weiteren Sanktionen wegen der Ukraine drohen (hier).

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick