Opel in Bochum: Vom stolzen Auto-Standort bleibt ein Warenlager

Vom traditionsreichen Opel-Werk Bochum bleibt nicht mehr als ein Warenverteilzentrum, das noch fünf Jahre weitermachen darf. Die Schließung hat den Konzern etwa 635 Millionen Euro gekostet. Tausende Arbeitsplätze verschwinden für immer.

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Der US-Automobilkonzern General Motors rechnet mit Kosten in Höhe von umgerechnet 635 Millionen Euro durch die Schließung des Opel-Werks in Bochum. Knapp 280 Millionen Euro davon seien bereits in die Geschäftsbilanz des vergangenen Jahres und des ersten Quartals 2014 eingeflossen, weitere 355 Millionen Euro würden im Laufe des Jahres anfallen, sagte GM-Präsident Dan Ammann am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in London.

Die Opel-Mutter General Motors hatte nach einem monatelangem Gezerre im Frühjahr 2013 entschieden, das Werk in der Ruhrgebietsstadt Ende 2014 dichtzumachen, um zur Kostensenkung in Europa beizutragen. Mitte Juni hatte sich Opel mit der IG Metall über die Abfindungen für die rund 3300 Beschäftigten des Bochumer Werks geeinigt. Das Aus für die traditionsreiche Bochumer Fabrik ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das chronisch defizitäre Europageschäft Mitte des Jahrzehnts in die Gewinnzone zu bringen.

Opel hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall über die Abfindungen für die rund 3300 Beschäftigten des Bochumer Automobilwerks geeinigt. Alle Details sind nach Mitteilung der Rüsselsheimer GM-Tochter nunmehr in einem Sozialtarifvertrag geklärt und juristisch belastbar formuliert. Die Höhe der Zahlungen bezifferte Opel nicht. Reuters hatte im Mai aus Unternehmenskreisen erfahren, dass der Autobauer für die Kosten rund um den Abbau der Arbeitsplätze mehr als eine halbe Milliarde Euro kalkuliert. Das Geld soll für Abfindungen an die Mitarbeiter sowie für die Finanzierung einer Transfergesellschaft und für Vorruhestandsregelungen verwendet werden.

Festgeschrieben wurde in dem Vertrag auch, dass das Warenverteilzentrum bis zum Jahr 2020 in Bochum bleibt. Die Zahl der Arbeitsplätze dort wird um 265 auf rund 700 erhöht. Opel stellt zudem sicher, dass die Lehrlinge ihr Ausbildung abschließen können.

General Motors hatte nach einem monatelangem Gezerre im Frühjahr 2013 entschieden, das Werk in der Ruhrgebietsstadt Ende 2014 dichtzumachen. Die Bochumer Opelaner hatten dem Sanierungsplan des Managements ihre Zustimmung verweigert. Als einzige Belegschaft in Deutschland hatten sie mehrheitlich gegen einen mit der IG Metall ausgehandelten Tarifvertrag gestimmt. Im Gegenzug für Zugeständnisse der Beschäftigten hatte Opel angeboten, die Fahrzeugfertigung erst Ende 2016 zu schließen. Dies lehnte der Betriebsrat ab und hoffte, so einen Verzicht auf die Schließung zu erreichen. Die Konzernspitze in Detroit ließ sich jedoch nicht erweichen. Das Aus für die traditionsreiche Bochumer Fabrik ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das chronisch defizitäre Europageschäft Mitte des Jahrzehnts in die Gewinnzone zu bringen.

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