EZB: Banken vergeben weniger Kredite an Unternehmen

Europäische Banken vergaben im Mai 2,0 Prozent weniger Kredite an Unternehmen als im Vorjahresmonat. Die Finanz-Institute parkten ihr Geld lieber bei der Zentralbank, als es an die Realwirtschaft weiterzureichen. Die EZB hat daher Anfang Juni erstmals Strafzinsen für die Banken erhoben, um den Kreditfluss zu stimulieren.

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Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen ist seit Jahren rückläufig. (Quelle: EZB)

Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen ist seit Jahren rückläufig. (Quelle: EZB)

Die Bank-Kredite in der Euro-Zone sind vor den jüngsten weitreichenden Beschlüssen der EZB noch spärlicher geflossen. Insgesamt vergaben die Geldhäuser im Mai 2,0 Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Experten ECONEZ hatten mit einem Rückgang um 1,6 Prozent gerechnet. Im April hatte das Minus bei 1,8 Prozent gelegen. Die EZB hat inzwischen mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket auf den immer geringeren Kreditfluss reagiert und unter anderem erstmals einen Strafzins für Banken eingeführt, die lieber Geld bei ihr parken als es an Unternehmen und Haushalte zu verleihen (mehr hier).

Auch die Zahl der jährlich gewährten Privatkredite nimmt beständig ab. (Quelle: EZB)

Auch die Zahl der jährlich gewährten Privatkredite nimmt beständig ab. (Quelle: EZB)

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag bei 1,0 Prozent. Fachleute hatten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (März bis Mai) erhöhte sich M3 um 0,9 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr.

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