Israel: Die drei vermissten Talmud-Schüler sind tot

Die drei im Westjordanland entführten Talmud-Schüler sind tot: Die Leichen der drei Jugendlichen sind am Montag gefunden worden. Für die Mörder von Kindern könne es keine Vergebung geben, sagte der israelische Wirtschaftsminister Naftali am Abend. Regierungschef Benjamin Netanjahu hat das Sicherheitskabinett einberufen.

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Die drei im Westjordanland vermissten israelischen Schüler sind tot. Die Regierung in Jerusalem gab am Montagabend den Fund ihrer Leichen im Westjordanland bekannt. „Für die Mörder von Kindern und ihren Hintermännern kann es keine Vergebung geben“, erklärte Wirtschaftsminister Naftali Bennett in einer ersten Stellungnahme. „Jetzt ist die Zeit zu handeln.“ Regierungschef Benjamin Netanjahu berief das Sicherheitskabinett ein. Der Premier sagte nach der Sitzung: „Die Hamas hat die Jugendlichen ermordet. Die Hamas wird dafür bezahlen.“

Die 16- und 19-jährigen Schüler waren am 12. Juni in der Nähe von Hebron verschwunden. Die israelischen Sicherheitskräfte haben darauf mit Razzien im Westjordanland reagiert. Netanjahus Regierung hat der radikal-islamischen Hamas vorgeworfen, die Jugendlichen entführt zu haben. Die Gruppe hat dazu nicht Stellung genommen.

Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte, die drei Jugendlichen seien offenbar entführt und kurz darauf erschossen worden. „Sie lagen unter einem Steinhaufen in einem offenen Feld.“ Hebron ist auch die Heimatstadt der zwei Hamas-Mitglieder, die Israel für die Tat verantwortlich macht und offenbar auf der Flucht sind. Israelische Medien berichteten, die Leichen seien nach dem Verhör von Verwandten der mutmaßlichen Täter gefunden worden. Am Fundort seien zahlreiche Soldaten zusammengezogen worden, um die Toten zu bergen.

Die US-Regierung erneuerte in einer ersten Reaktion ihren Aufruf zur Mäßigung, wollte sich zunächst nicht weitergehend äußern.

Die israelischen Sicherheitskräfte haben in den vergangenen 18 Tagen Städte und Dörfer im Westjordanland durchsucht, Hamas-Mitglieder festgenommen und Einrichtungen der Gruppe geschlossen. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei auch mehrere Palästinenser getötet. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, der zur Fatah gehört, hat Israel ein unverhältnismäßiges Vorgehen vorgeworfen. Er hatte die eigenen Sicherheitskräfte angewiesen, bei der Suche zu helfen. Diese Zusammenarbeit mit Israel sorgte wiederum unter den Palästinensern für Unmut.

Die Entführung hat die Beziehungen zwischen der Hamas und der Fatah belastet, die trotz internationaler Kritik ein Regierungsbündnis geschlossen haben. Netanjahu forderte Abbas angesichts der Entführung auf, es wieder zu lösen. Die Europäische Union und die USA stufen die Hamas als Terror-Organisation ein. Sie setzt sich für die Vernichtung Israels ein.

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