Nach Tod der Talmud-Schüler: Israel bombardiert Gazastreifen

In der Nacht zum Dienstag hat die israelische Luftwaffe 34 Ziele im Gazastreifen bombardiert. Sie begründet dies mit Raketenangriffen aus dem Gazastreifen, stellt jedoch keine direkte Verbindung zu den drei kürzlich ermordeten Talmud-Schülern her. Israel hat die Häuser der Familien der mutmaßlichen Täter bereits gesprengt.

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Nach dem Tod von drei Jugendlichen hat Israels Luftwaffe Dutzende Angriffe auf Hamas-Stellungen im Gazastreifen geflogen. 34 Ziele seien in der Nacht zum Dienstag bombardiert worden, teilte das Militär mit.

Einen direkten Bezug zu den mehr als zwei Wochen vermissten Religionsschülern, deren Leichen am Montag im Westjordanland entdeckt worden waren (hier), stellte die Armee allerdings nicht her. Stattdessen hieß es, der Einsatz sei eine Reaktion auf einen Beschuss Israels mit 18 Raketen, die in den vergangenen zwei Tagen vom Gazastreifen aus abgefeuert worden seien.

Im Westjordanland eröffneten israelische Soldaten nach Angaben einer Militärsprecherin zudem das Feuer auf einen Mann, der eine Granate auf sie geworfen habe, als sie einen Extremisten im Flüchtlingslager Dschenin festnehmen wollten.

Unklar war, ob Israel weitere Vergeltungsangriffe gegen die radikal-islamische Hamas folgen lassen wollte. Regierungsvertretern zufolge herrschte darüber im Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Uneinigkeit. Das Gremium war am späten Montagabend zu einer Krisensitzung zusammengekommen, eine weitere sollte am Dienstag folgen.

Netanjahu wirft der Hamas vor, die drei Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 entführt und getötet zu haben. Am Montag hatte er mit Vergeltung gedroht. Die Hamas hat die Vorwürfe weder bestätigt noch zurückgewiesen.

Die Männer, die Israel als Täter ausgemacht hat, sind nach wie vor auf der Flucht. Israelische Sicherheitskräfte hatten in den vergangenen zweieinhalb Wochen Städte und Dörfer im Westjordanland auf der Suche nach den Jugendlichen durchkämmt, Hamas-Mitglieder festgenommen und Einrichtungen der Gruppe geschlossen. Nach Angaben von Anwohnern wurden dabei bis zu sechs Palästinenser getötet.

Ein Durchbruch gelang Medienberichten zufolge, nachdem Angehörige der mutmaßlichen Entführer verhört worden waren. Die Leichen wurden in der Nähe von Hebron unter einem Steinhaufen entdeckt. Am späten Montagabend zündeten israelische Soldaten Sprengsätze in den Häusern der Familien der mutmaßlichen Täter.

Währenddessen gibt es Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit der Hamas. Israels Wirtschafts-Minister Naftali Bennett tritt für weitere massive Militärschläge gegen die Hamas ein. Doch Verteidigungs-Minister Moshe Ya’alon warnt vor der Schaffung kriegerischer Zustände. Er plädiert für die Ausweitung der jüdischen Siedlungen in den Palästinenser-Gebieten, meldet Times of Israel.

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