Frankreich nervös: EZB muss viel mehr Geld drucken

Die französische Regierung verliert langsam die Geduld mit der Europäischen Zentralbank: Die EZB müsse noch deutlich aktiver werden und Staatsanleihen kaufen, um die Krise in Frankreich einzudämmen.

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Einen Tag vor der EZB-Zinssitzung fordert die französische Regierung aggressivere Schritte gegen den aus ihrer Sicht zu hohen Euro-Kurs und drohende Deflationsgefahren. Die im Juni beschlossenen Maßnahmen einschließlich einer weiteren Zinssenkung dürfen nach Worten von Ministerpräsident Manuel Valls nicht zwingend die letzten sein. „Das ist zwar ein deutliches Signal, aber ich wünsche mir eine Zentralbank die noch weiter gehen kann – auch durch den Kauf von Vermögenswerten an den Märkten“, sagte Valls in einem Interview mit der Zeitung „Les Echos“. „Geldpolitik kann nicht allein über Zinsen laufen.“

Valls bekräftigte die Einschätzung der französischen Regierung, dass der Kurs des Euro an den Finanzmärkten zu hoch ist. „Der Euro ist überbewertet, was schlecht für die Industrie und das Wachstum ist.“ Forderungen aus Paris an die Währungshüter in Frankfurt, etwas gegen den starken Euro zu unternehmen, haben bereits Tradition. Vor allem die Bundesregierung hat solche Mahnungen wiederholt zurückgewiesen und dabei auf die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) verwiesen.

Die EZB berät bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag über den weiteren geldpolitischen Kurs. Es gilt jedoch als sicher, dass sie erst einmal die Wirkung der im Juni beschlossenen Maßnahmen abwartet, bevor sie neue verkündet. Massive Anleihenkäufe nach dem Vorbild der Notenbanken in den USA und Japan hält die EZB für nicht ausgeschlossen, sollte die Teuerung nicht anziehen und die Konjunktur weiter schwächeln. Aber in absehbarer Zeit steht ein solcher Schritt nach Auffassung von Experten nicht an.

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