Vatikan gibt nach und meldet Steuer-Daten an die USA

Der Vatikan hat ein Abkommen mit dem US-Finanzministerium zum Austausch von Kontodaten unterzeichnet. Damit wolle man gegen Geldwäsche vorgehen und „das System der Finanzregulierung perfektionieren“, so der Vatikan.

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Die Finanzinformationsbehörde des Vatikans (AIF) hat ein Abkommen zum Datenaustausch mit der Office of the Comptroller of the Currency (OCC) unterzeichnet. Die OCC untersteht dem US-Finanzministerium.

Die AIF sagte, die Einigung mit den US-Behörden sei eine deutliche Stärkung der Zusammenarbeit zwischen dem Vatikan und den USA. „Dies ist ein weiterer Schritt bei den Bemühungen des Heiligen Stuhls, das System der Finanzregulierung zu perfektionieren“, zitiert das Wall Street Journal den AIF-Direktor René Brülhart.

Der Heilige Stuhl ist Teil der globalen Familie von gut regulierten Rechtsräumen, und der Abschluss dieses Abkommens zeigt das sehr deutlich“, so Brüllhart. Der Schweizer leitet die AIF seit November 2012. Die AIF wurde im Jahr 2012 von Papst Benedikt geschaffen.

Letztes Jahr erweiterte der aktuelle Papst Franziskus die Macht der Behörde, um internationalen Standards zum Umgang mit Finanzverbrechen zu genügen. Im Sommer 2013 wurde der Vatikan Teil der Egmont-Gruppe, einer globalen Organisation, die im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismus Finanzdaten verfügbar macht.

Der Vatikan will Jahrzehnte von Skandalen hinter sich lassen, in die seine Finanzinstitute verstrickt waren, vor allem die Vatikan-Bank IOR. Die AIF hat mit mehr als einem Dutzend Staaten eine stärkere Zusammenarbeit im Kampf gegen die Geldwäsche vereinbart, darunter Italien, Deutschland und Großbritannien. Weitere Staaten sollen folgen.

Im Mai präsentierte die Finanzinformationsbehörde des Vatikans ihren Jahresbericht für 2013. In diesem zweiten jemals veröffentlichten Jahresbericht sagte die AIF, dass sich Transparenz und Prävention von Geldwäsche bei den Finanzinstituten des Vatikans deutlich verbessert hätten. Doch weitere Fortschritte seien notwendig.

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