Stress mit der EZB: Investoren ziehen sich aus Europas Banken zurück

Die Aktienkurse der europäischen Banken sind deutlich nach unten gerutscht. Die Banken hatten gehofft, dass EZB-Chef Draghi noch mehr Geld drucken werde. Doch die EZB zögert. Das Misstrauen der Investoren in die europäischen Banken wächst.

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Nachdem der europäische Banken-Aktienmarkt wegen der Situation der österreichischen Banken eine deutliche Abwärtsbewegung verzeichnete, lohnt es sich, einen Blick auf die Banken im Zusammenhang mit der neuestens EZB-Politik zu werfen.

Denn am vergangenen Donnerstag kündigte Mario Draghi an, die Märkte erneut mit rund einer Billion Euro zu fluten (hier) – von der EZB mit dem neuen Label „TLTRO“ bezeichnet. Dies soll geschehen, um die Kreditvergabe an die Realwirtschaft in den Krisenländern anzukurbeln.

Da Draghi es jedoch unterlassen hatte, nähere Details zu einem möglichen QE-Programm („Quantitative Easing“), also zu breit angelegten Wertpapierkäufen bekanntzugeben, sind europäische Banken auf ein einjähriges Tief im Verhältnis zu anderen Banken der globalisierten Finanzindustrie eingebrochen.

Denn konkretere Verlautbarungen seitens Draghi hätten dazu geführt, dass die EZB den Banken in absehbarer Zeit ihre toxischen Kreditforderungen abnimmt und an die Steuerzahler weitergibt. Was nichts anderes bedeutete, als dass die Banken sozusagen 1:1 ihre wertlosen Papiere hätten abstoßen können, wie Zerohedge berichtet. Damit wären sie in der Lage gewesen, Gewinne mitzunehmen – und die Banken in der Euro-Peripherie wären glücklich und zufrieden gewesen.

Die Hoffnung der Banken, dass Mario Draghi ihnen aus der Patsche hilft, erfüllte sich jedoch nicht.

Allein das TLTRO, also die Versorgung der Banken mit weiteren billigen Krediten, nützt den Banken wenig. Denn sie wissen jetzt, dass, sollte eine Bank damit beginnen, Staatsanleihen abzustoßen, das ganze illiquide Monstrum unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht.

Es ist klar – wie im folgenden Diagramm dargestellt –, dass Investoren schnell zu dieser Erkenntnis kommen und europäische Anleihen eiligst abstoßen werden.

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Ian Richard von der BNP Paribas kommentierte hierzu: „Die Perspektive hinsichtlich eines Kredit-Wachstums und höheren Gewinn-Aussichten für den Bankensektor driftet weiter nach unten, anders als der Markt gehofft hatte“.

Laut Beobachtern ist jedoch Ende des Jahres oder Anfang 2015 mit einem QE-Programm der EZB zu rechnen. Diese Wertpapierankäufe würden dann bedeuten, dass die EZB den Banken Kreditverbriefungen (sogenannte ABS-Papiere) abkauft, mit denen Banken beispielsweise Kredite an Unternehmen aber auch Raten-, Auto- oder Studienkredite gebündelt und weiterverkauft werden.


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