Espirito Santo: Portugals größte Bank in akuten Schwierigkeiten

Die größte portugiesische Bank Espirito Santo kann ihre Schulden nicht bedienen. Dies hat die Staatsanleihen des Landes bereits ins Minus gedrückt. Die Turbulenzen könnten sich auf den gesamten europäischen Bankenmarkt auswirken.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Die Anleihe der Espirito Santo Financial Group brach am Mittwoch um über 14 Prozent ein. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/XS0997539274/chart?boerse_id=1&amp;recall=0&amp;t=quarter" target="_blank">ariva.de</a>)

Die Anleihe der Espirito Santo Financial Group brach am Mittwoch um über 14 Prozent ein. (Grafik: ariva.de)

Spekulationen um Zahlungsprobleme der Bankiersfamilie Espirito Santo haben portugiesische Staatsanleihen am Mittwoch ins Minus gedrückt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Titel stieg dadurch auf 3,917 Prozent von 3,652 Prozent am Vortag. Anleger befürchteten ein Überschwappen der Krise auf andere Finanzwerte des Landes, sagte Pablo Zaragoza, Chef-Anlagestratege der Bank BBVA. Der Leitindex der Lissabonner Börse verlor 2,3 Prozent.

Einem Bericht der Zeitung Diario Economico zufolge will die Familie die Laufzeit für Anleihen einer in Luxemburg ansässigen Holding verlängern. Gegen die mit sieben Milliarden Euro verschuldete Firma Espirito Santo International (ESI) ermitteln die Behörden wegen angeblicher „erheblicher Unregelmäßigkeiten“. Die Aktien einer weiteren Familien-Holding, die ebenfalls unter die Lupe genommen wird, Espirito Santo Financial, brachen an der Börse Lissabon um 14,4 Prozent ein und stellten mit 1,25 Euro ihr Rekordtief der Vorwoche ein.

Unabhängig davon berichtete das Blatt Expresso, Gläubigern anderer Espirito-Santo-Firmen sei der Tausch von Verbindlichkeiten in Anteile angeboten worden.

Unter verschärfter Beobachtung steht auch die Banco Espirito Santo (BES), deren größter Aktionär die gleichnamige Familie ist. Das Geldhaus hatte ESI-Schuldtitel an seine Kunden verkauft. BES-Aktien rutschten am Mittwoch um neun Prozent ab. Damit hat die größte börsennotierte Bank Portugals binnen eines Monats etwa die Hälfte ihrer Marktkapitalisierung eingebüßt.

Die Aktien von Portugal Telecom – auch hier ist die Familie Espirito Santo Großaktionär – fielen zeitweise um knapp elf Prozent und markierten mit 1,89 Euro den zweiten Tag in Folge ein Rekordtief. Der Telekom-Anbieter hatte Anleihen einer weiteren Familien-Holding – RioForte – im Volumen von knapp 900 Millionen Euro gekauft.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick