US-Notenbank will Anleihe-Ankäufe im Herbst beenden

Die US-Notenbank will den Ankauf von Staatsanleihen im Herbst beenden. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Dies werde nur geschehen, wenn die Konjunktur-Daten gut sind. Diese werden von der Weltpolitik abhängen: Ein unvorhergesehenes Ereignis könnte die Pläne wieder über den Haufen werfen.

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Das Milliarden-Anleihen-Kaufprogramm der US-Notenbank wird möglicherweise im Herbst beendet. Den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Fed-Sitzung vom 17. und 18. Juni zufolge könnten die Notenbanker das Programm nach ihrer Oktober-Sitzung auslaufen lassen. Voraussetzung sei, dass der Aufwärtstrend der US-Wirtschaft anhalte. Den Aufzeichnungen zufolge sind die Zentralbanker zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft sich nachhaltig von der Krise des harten Winters erholt hat und auch in den kommenden Jahren auf Wachstumskurs bleibt.

Der positive Ausblick der Notenbanker wurde zuletzt durch überraschend positive Konjunkturdaten gestützt. So wächst der US-Arbeitsmarkt so stark wie seit langem nicht mehr. Nach Angaben stieg die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft im Juni um 288.000 und damit deutlich stärker als erwartet. Das Wachstum liegt damit seit fast einem halben Jahr ohne Unterbrechung über der Schwelle von 200.000 Jobs. Die Arbeitslosenzahl steht mit 6,1 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren.

Auch die Inflationsentwicklung sehen die Fed-Experten offenbar unter Kontrolle. Dem Protokoll zufolge geht die Notenbank davon aus, dass die Preissteigerung innerhalb der nächsten zwei Jahre unter dem Zielwert von zwei Prozent bleiben wird.

Der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Federal Reserve hatte in seiner Juni-Sitzung bereits eine weitere Drosselung der Geldspritzen beschlossen und deutlich gemacht, dass für 2015 Zinserhöhungen angepeilt werden. Die monatlichen Konjunkturhilfen werden dem Beschluss zufolge zunächst um zehn Milliarden Dollar gekürzt. Das Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren sinkt damit wie erwartet auf 35 Milliarden Dollar pro Monat. Dem Protokoll zufolge herrschte breite Übereinstimmung bei den Fed-Gouverneuren darin, dass das Programm im Oktober mit einer letztmaligen Reduktion des Aufkauf-Volumens auf 15 Milliarden Dollar im Monat endet. Als Alternative sei diskutiert worden, ein Fünf-Milliarden-Aufkaufprogramm bis Dezember aufrechtzuerhalten. Jedoch hätten die meisten Sitzungsteilnehmer dies als „technische Frage ohne spürbare Auswirkungen auf die Volkswirtschaft betrachtet“, heißt es in dem Protokoll.

Die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen beließen den Leitzins bei null bis 0,25 Prozent.

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