Es wird eng für Berggruen: Metro will Karstadt nicht retten

Metro will keine Allianz mit dem angeschlagenen Karstadt-Konzern. Offenbar spekuliert das Unternehmen darauf, dass einzelne Karstadt-Teile nach einer Zerschlagung zum Nulltarif zu erhalten sein werden.

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Eine Allianz der Warenhaustochter Kaufhof mit Karstadt strebt Metro -Chef Olaf Koch trotz der Probleme des Konkurrenten weiter nicht an. „Karstadt ist für uns überhaupt kein Thema, nach wie vor“, sagte Koch. Der Wettbewerber steht nach dem Abgang von Firmenchefin Eva-Lotta Sjöstedt nach nur 133 Tagen im Amt vor einem Scherbenhaufen. Galt die ehemalige Ikea-Managerin doch als Hoffnungsträgerin, die den seit Jahren mit Verlusten und Umsatzeinbußen ringenden Traditionskonzern rasch wieder in die Spur bringen sollte.

Berggruen hat bisher kein eigenes Geld in das Unternehmen gesteckt (hier).
Er hat allerdings mit der Aufspaltung des Konzerns begonnen und die Luxus-Kaufhäuser wie das KaDeWe verkauft. Was mit den 300 Millionen Euro aus dem Verkauf geschehen ist, ist unbekannt. Berggruen hatte behauptet, er wolle das Geld in die Karstadt-Sanierung stecken (hier). CEO Sjöstedt konnte ihre Sanierungspläne jedoch nicht umsetzen, weil Eigentümer Nicolas Berggruen die finanzielle Unterstützung verweigerte, wie Reuters meldet.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Konkurrenzkampf mit Online-Händlern war die „Deutsche Warenhaus AG“ jahrelang Planspiel gewesen: Kaufhof könnte Karstadt schlucken oder ein dritter Investor die beiden Warenhausriesen übernehmen. Doch Koch sieht keinen Verkaufsdruck, da Kaufhof anders als Karstadt auch Gewinn schreibt. „Der Kaufhof gehört zur Metro. Der Kaufhof hat eine super Perspektive. Wir sehen Wachstum, wir sehen Modernisierungsbedarf, wir werden weiterhin investieren“, fasste Koch zusammen.

Koch hat Kaufhof zwar grundsätzlich zum Verkauf gestellt, doch macht er eine Transaktion abhängig von einem fairen Preis, der nötigen Finanzkraft des Investors und einer Fortführung des Geschäftsmodells Warenhaus. Sollte sich eines Tages eine Transaktion ermöglichen, werde die Metro die Augen nicht verschließen. „Aktuell beschäftigen wir uns damit nicht“, sagte Koch.

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