Libanon greift Israel mit Raketen an

Der Libanon hat Raketen auf den Norden Israels abgeschossen. Bemerkenswert: Die libanesische Armee sagte, sie sei für den Beschuss verantwortlich. Bisher war der Kampf gegen Israel eine Sache der Hisbollah. Wenn der Libanon als Staat Israel angreift, wäre das Land in einen Zweifrontenkrieg verwickelt.

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Nach tagelangem Raketenbeschuss aus dem palästinensischen Gazastreifen ist Israel nun auch aus dem Libanon angegriffen worden. Zwei Raketen seien im Norden eingeschlagen, teilte das israelische Militär am Freitag mit. Wer die Raketen abfeuerte, war zunächst unklar. Israel seinerseits setzte die Angriffe auf den Gazastreifen mit Kampfjets und von Schiffen fort. Dabei wurden am frühen Morgen nach palästinensischen Angaben mindestens vier Menschen getötet. US-Präsident Barack Obama bot Israel an, bei Verhandlungen über eine Feuerpause im Konflikt mit den Palästinensern zu vermitteln.

Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden insgesamt fünf Raketen Richtung Israel abgefeuert. Zwei hätten israelisches Gebiet erreicht, eine sei auf libanesischem Gebiet niedergangenen, zwei weitere seien abgefangen worden. Eine Rakete schlug nach Angaben eines israelischen Militärsprechers nahe dem Kibbuz Kfar Juwal ein. Es habe keine Opfer und keine Sachschäden gegeben. Das israelische Militär reagierte mit Artilleriefeuer.

Die Times of Israel berichtet, dass die libanesische Armee die Urheberschaft für die Raketen reklamiert. Dann hätte der Angriff eine neue Qualität, weil Libanon als Staat sich bisher eher herausgehalten hatte und den Krieg gegen Israel der Hibsollah überlassen hatte.

Der Südlibanon ist eine Hochburg der israel-feindlichen Islamisten-Miliz Hisbollah. In dem Gebiet halten sich auch Palästinenser-Gruppen auf. Im vergangenen Jahr kam es immer wieder zu Schusswechseln über die Grenze. Im Dezember schlugen Raketen aus dem Libanon im Norden Israels ein. Im August bekannte sich eine Al-Kaida-nahe Organisation zu einem Raketenangriff.

Die israelische Armee setzte ihrerseits den vierten Tag in Folge ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Damit sollen die Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem von der Extremistenorganisation Hamas kontrollierten Küstenstreifen gestoppt werden. Palästinensischen Angaben zufolge wurde bei einem Luftangriff auf ein Haus in Gaza ein Arzt getötet. In Rafah seien drei Menschen beim Beschuss ihres dreistöckigen Hauses ums Leben gekommen. Bislang wurden bei den Angriffen rund 80 Menschen getötet, vor allem Zivilisten.

Nach israelischen Angaben haben Extremisten vom Gazastreifen aus seit Dienstag mehr als 470 Geschosse auf Israel abgefeuert. Beim Einschlag einer Rakete in der israelischen Hafenstadt Aschdod wurde Sanitätern zufolge eine Tankstelle getroffen. Es habe einen riesigen Feuerball gegeben, bei dem drei Menschen schwer verletzt worden seien.

US-Präsident Obama äußerte sich in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besorgt, dass die Kämpfe weiter eskalieren könnten. „Die USA sind bereit, eine Einstellung der Feindseligkeiten zu unterstützen“, sagte Obama dem Präsidialamt zufolge. Die israelische Regierung hat eine Bodenoffensive im Gazastreifen nicht ausgeschlossen und die Vorbereitungen dafür zuletzt vorangetrieben.

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