Ukrainischer Kampf-Jet bei Flug MH17: Russland präsentiert seine Version vom Abschuss

Der russische Generalstab hat am Montag Radar-Bilder und Schaubilder vorgelegt. Diesen Bildern zufolge soll ein ukrainischer Kampf-Jet vom Typ SU (Suchoi)-25 in unmittelbarer Nähe von Flug MH17 gewesen sein, bevor die Maschine abgeschossen wurde. Außerdem soll es Belege geben, die zeigen, dass die ukrainische Armee Buk-Raketen in der Ost-Ukraine stationiert hat (Video der Erklärung der Russen).

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell:
Erstes Foto der Amerikaner ist ein Agentur-Foto von 2010
CIA verdächtigt betrunken Soldaten aus der Ukraine

Bei einer Pressekonferenz in Moskau präsentierte Russland am Montag neue Indizien dafür, dass der Flug MH17 von der Malaysia Airlines nicht von den Russen, sondern von der Ukraine abgeschossen worden sein soll (Video der Übertragung durch den russischen Staatssender RT, mit englischer Übersetzung, über dem Artikel).

Generalleutnant Andrej Kartopolow vom russischen Generalstab präsentierte eine Grafik und eine Karte, die zeigen sollen, dass sich unmittelbar vor dem Abschuss der Passagiermaschine ein ukrainischer Kampfflieger vom Typ SU-25 nahe an MH17 befunden haben soll. Der Abfangjäger soll auf die zivile Maschine zugeflogen sein. Der Abstand habe lediglich drei bis fünf Kilometer betragen. Dies sei das Ergebnis der Aufzeichnungen der russischen Luftraumüberwachung. Üblicherweise seien solche Jets mit Luft-Luft-Raketen ausgestattet, sagte Kartopolow.

Merkwürdig an dieser Darstellung der Russen ist, dass es kein Radar-Bild des Kampfjets, sondern nur eine etwas unbeholfene Zeichnung gibt, die naturgemäß keine Auskunft darüber erteilen kann, ob es wirklich eine ukrainische Maschine in diesem Korridor gegeben hat.

Der russische General forderte die Ukraine auf, zu erklären, welche Bewandtnis es mit diesem Jet habe. Vor allem müsse die Ukraine erklären, wie ein Kampfflugzeug in einen zivilen Luftkorridor geraten könne. Es sei weiters zu klären, gegen wen die Ukraine eine solche Maschine habe einsetzen wollen. Die Rebellen verfügen über keine Luftstreitkräfte.

Die malaysische Maschine habe den vorgeschriebenen internationalen Korridor verlassen und in einem Manöver versucht, auf den ursprünglichen Korridor zurückzukehren. Es sei unklar, ob dies durch einen Navigationsfehler des Piloten oder aufgrund einer Anweisung der ukrainischen Luftraumkontrolle geschehen sei.

Kartopolow sagte außerdem, dass die Russen beobachtet hätten, dass zum Zeitpunkt des Abschusses ein US-Satellit über dem Geschehen gewesen sei. Er forderte die Amerikaner auf, die Daten dieses Satelliten zu veröffentlichen.

Darüber hinaus präsentierte die russische Armee Satellitenaufnahmen. Diese sollen zeigen, dass die Armee der Ukraine Buk-Raketenabschussrampen in die Ostukraine verbracht hätten. Der General sagte, die Russen hätten den Rebellen solche Waffen nicht geliefert. Überhaupt hätten die Russen den Rebellen keine Waffen geliefert.

Es ist unklar, ob die Darstellungen der Russen korrekt sind und das Material tatsächlich dem Hergang der Katastrophe entspricht.

Interessant ist jedenfalls der ausdrückliche Hinweis auf den amerikanischen Spionage-Satelliten. Die Amerikaner selbst hatten bereits am Freitag mitgeteilt, einen Satelliten über dem Absturzgebiet gehabt zu haben (mehr dazu hier). Die russische Forderung nach Veröffentlichung der Ergebnisse könnte Washington unter Zugzwang bringen: Eigentlich wollten die Amerikaner die Ergebnisse bereits am Wochenende bekanntgeben.

Aktuell:
Erstes Foto der Amerikaner ist ein Agentur-Foto von 2010
CIA verdächtigt betrunken Soldaten aus der Ukraine


media-fastclick media-fastclick